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2017 WRC Polen – Galerie

By on 9. Juli 2017

Der Weltmeisterschaftslauf der WRC in Polen war ein absolutes Wahnsinnserlebnis. Wir sind Mittwochs nachmittags auf die lange Reise Richtung Mikolajki gegangen. Von mir aus sind das ca 1500km je nach Strecke. Wir haben für den Hinweg den kürzeren Weg gewählt, was aber definitiv ein Fehler war. Nicht weil es viel länger gedauert hat als die andere Route gedauert hätte, aber die Straßen sind so schlecht gewesen dass das WoMo darunter einfach mal massiv gelitten hat. Auf dem Rückweg haben wir den Stau in und um Warschau in Kauf genommen und dafür eine große Strecke auf entspannten Landstraßen und Autobahnen zurückgelegt. Das ging ziemlich genau gleich schnell, war aber um welten entspannter. Zumindest wenn man bei so einem Marathon Trip von entspanntheit reden kann.

Egal … angekommen haben wir gemerkt wie gut doch die WRC organisiert ist. Abgesehen davon das man quasi keine WP gucken kann ohne Eintrittskarte ist einfach alles ziemlich gut beschildert. Abgesehen von Hubschrauberlandeplätzen. ;)

Wir haben also direkt den offiziellen Parkplatz ggü. des Fahrerlagers angesteuert und sollten dort auch bis zum darauffolgenden Nachmittag stehen bleiben. WoMo sei dank hatten wir ja alles immer bei uns. Wir haben also den Roller abgeladen, in Ruhe gegessen und uns dann aufgemacht zur ersten Prüfung. Der Arena. Naja, sagen wir so … braucht man nicht. Muss ich nicht nochmal haben in diesem Leben.
Danach noch schlendern durchs FL, was aber sinnlos war, da alle Autos schon im Parc fermé waren. Und wo das ist, wurde nicht verraten. Also quasi sinnlos im FL abzuhängen. Noch schnell ne WRC Kappe kaufen und dann zurück zum WoMo. Wir haben einen gemütlichen, aber kurzen Abend eingeläutet. Noch schnell ein paar Bilder gucken, den Freitag planen und dann ins Bett.

Freitag war um 5 Uhr aufstehen angesagt. Wir wollten um 6 Uhr mit dem Roller los um zur ersten WP zu gelangen die direkt um die Ecke sein sollte. Naja, direkt um die Ecke waren 12km … über absolute Hammerpisten. Mit Straßen oder Feldwegen hat das nichts zu tun … ist aber als offizielle Straße ausgewiesen in Polen. Sehr krass. Egal, irgendwann waren wir da wo wir hin wollten. Und die Stelle war super. Nur leider auch super gesichert vom Security Personal. Nun gut, zu dem Zeitpunkt waren wir noch unentspannt weil dir die Polnischen Gepflogenheiten noch nicht kannten das man solange weit von der Strecke wegstehen muss bis alle Vorausfahrzeuge durch sind. Danach kann man fast machen was man will. Also auch gute Fotopositionen einnehmen.

Wir haben uns also auch so erstmal gute Positionen gesucht und dann auf den WRC Tross gewartet. Und WOW … was für ein Hammer. Schon der erste WRC, Sebastien Ogier im Ford Fiesta WRC´17, war einfach unglaublich krass. An unserem kleinen Sprunghügel war der sicherlich 20m in der Luft. Ausserdem ein absolutes Höllentempo auf dem losen Untergrund. Ich sag mal so … ich habe schon viele Rallyes gesehen. Davon auch einige wenige auf losem Untergrund. Aber das was die Top Piloten in den anderen Rallyes veranstalten ist Rückwärtsfahren ggü. dem was die WRC Piloten im Renntempo abreissen! Es ist unbeschreiblich!

Angesichts dieser Erlebnisse war auch zu verschmerzen das es durchgehend stark regnete seit wir das WoMo verlassen haben. So langsam waren sogar die Regensachen an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Wir sind also nach der WP wieder zurück zum WoMo und haben den Plan verworfen die WP nochmal zu gucken an anderer Stelle. Am WoMo waren auch echt alle Sachen durch. Da mussten wir erstmal ne Lösung finden wie wir die intelligent und möglichst schnell getrocknet kriegen. Wir haben die Klamotten letztlich sehr provisorisch im Bad aufgehängt. Hat aber funktioniert. Nach gut 3 Stunden war das meiste so trocken das man es wieder hätte benutzen können.

Von dort aus hatten wir uns eine weitere WP zurechtgelegt und uns am Nachmittag auf den Weg dorthin gemacht. Parkplatzprobleme mit dem WoMo zwangen uns zum umparken. Nachdem wir uns auf dem ersten Parkplatz auch noch festgefahren hatten, waren wir ggü. dem weichen Boden nach den Regenfällen sehr kritisch. Egal … von dort aus ging es zu einer spektakulären Stelle mit Sprung, kurvenkombi, dann Schlammloch, wieder Sprung, kurze Gerade und Sprung … Sehr geil für Zuschauer und ebenfalls für Fotografen. Hier war leider kein direktes rankommen, aber auch hier galten die meisten Barrieren nur solange bis das erste Rallyefahrzeug kam.

Die Planung hatte schon im Vorfeld ergeben das wir noch an diesem Abend unser Nachquartier in der Nähe der ersten WP des Samstags suchen würden. Und so haben wir es gemacht und chillig in der Nähe der WP gepennt. So das wir gemütlich am nächsten Mittag fußläufig zur Strecke konnten. Auf diese Art und Weise gelang es uns auch fast auszuschlafen. Naja, immerhin bis 9 Uhr. ;)

Am Samstag war auch der einzige Tag mit gutem Wetter. Abgesehen von Wolken, wenn auch sehr vielen, war es ein schöner und trockener Tag. Einer der sogar Staubfotos ermöglichte. Hier haben wir nur eine WP geschaut weil danach der Hubschrauberflug anstand den wir schon vor der Rallye gebucht hatten. Ich kann davon nur abraten. Bei uns kam der Heli einfach mal 30min zu spät und dann waren noch Leute vor uns. Quasi gab es aus dem Heli keine der versprochenen Top Autos zu sehen. Sehr enttäuschend. Dafür war die WP nach dem Flug noch sehr schön anzusehen und auch für Fotos gut. Schade, eigentlich hätte ich statt des Fluges lieber Fotos gemacht. Denn die WP stellte sich an der Stelle als sehr genial heraus. Tolle Sprünge und schöne Aussicht.

Egal … weiter gehts. Wieder zur nächsten WP. Irgendwo mitten in die Pampa zwischen zwei Orten … und hier war der Weg irgendwann nicht mehr fürs WoMo gemacht. Wir haben dann irgendwo in der Wallachei übernachtet und beschlossen am nächsten Morgen mit dem Roller zur WP zu fahren. Der Roller hat sich aber überlegt das der Gaszug heute mal hängt. Die Fahrt war … abenteuerlich. Aber wir sind angekommen und haben uns die Sonntags WP auch zweimal angesehen. Schon weil für danach die Rückfahrt geplant war.

Die WP war super. Sowohl der erste Durchlauf als auch der zweite Durchlauf. Tolle, verschiedene Perspektiven und schöne Blumen am Straßenrand die immer gut ins Bild passen.

Insgesamt ein absolut geniales, unvergessliches Erlebnis. Chapeau Polen!