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Schottland 2017 – Reisebericht

By on 18. September 2017

Schottland … Seit mehr als 3 Jahren planen wir eine Tour mit ein paar Kumpels durch Schottland. Nun, erstens … kommt es anders und zweitens … als man denkt!

Vorwort:

Die ersten Jahre ist immer was dazwischen gekommen. Dann hab ich mir mein Wohnmobil gekauft und die Pistole rausgeholt. Auf die Brust gesetzt, dass ich dieses Jahr fahre oder nicht mehr mit Kumpels sondern alleine oder wie auch immer. Daraufhin wurde dann konkret geplant. Aus ursprünglich 4 wurden ganz schnell nur noch 3 wegen nicht genehmigtem Urlaub. Aus 3 wurden 8 Wochen vor dem Urlaub im August 2017 dann nur noch 2. Naja, so ist es halt. Hinterher stellte sich allerdings raus, dass es zu viert im WoMo zu eng gewesen wäre. Zu dritt wäre es aber auch sehr kuschelig geworden, aber machbar gewesen. Besser war es jedoch definitiv nur zu zweit unterwegs zu sein.

Start:

Wir sind also dann am 4. August nach der Arbeit direkt los. Ich bin von der Arbeit in die Halle und hab das WoMo dann zu mir nach Hause gebracht. Dort haben wir uns dann getroffen um das WoMo zu packen und dann auch Freitag Abend direkt zu starten. Die Fähre hin (und auch zurück) war bereits lange gebucht. Ich hatte die Fähre bewusst für 2 Uhr morgens am 5. August gebucht. So konnten wir entspannt nach der Arbeit los. Der Plan ging auch perfekt auf. Da wir keinerlei Stau hatten, waren wir viel zu früh da. Einchecken ging trotzdem und weil gerade eine Fähre beladen wurde, lotste man uns kurzerhand schnell mit drauf. So waren wir schon 2 Stunden früher auf der Insel als geplant. Da an schlafen auf der Fähre nicht zu denken war, stand fest, dass wir in dieser Nacht nicht mehr sehr weit kommen würden. Ich wollte wohl noch um den Speckgürtel von London rum, damit wir nicht Samstag morgen dort erstmal im Verkehr stecken. Also haben wir London noch passiert, eine Tankstelle gesucht, getankt, das erste Geld gezogen und haben uns dann auf die Suche nach einem Nachtlagerplatz gemacht. Wir haben dafür einfach einen LKW Parkplatz genutzt. Ist verboten wie wir später erfuhren, aber trotzdem da Aufpasser rumliefen, hat uns niemand verscheucht oder uns Geld abgenommen.

 

Tag 1:

Samstag morgen sind wir dann gut ausgeruht aufgewacht und haben uns den ersten Kaffee auf der Insel gemacht. Nach diesem knappen Frühstück ging es auf den Weg in Richtung des eigentlichen Ziels … Schottland. Wir steuerten bewusst nicht die Grenze bei Gretna Green an, sondern die Östliche Grenze. Diese ist schön an einer Landstraße und schon der Weg dahin ist toll zu fahren und führt durch teilweise atemberaubende Landschaften. Aber das alles war ja nur der Vorgeschmack auf die Wahnsinnslandschaften, die uns in den nächsten 2 Wochen noch begegnen sollten. Wir haben also die Grenze passiert und natürlich angehalten.

Fotos machen ist obligatorisch, denn auch dafür sind wir nach Schottland gereist. Danach fuhren wir weiter. Es gab auch schon erste Sehenswürdigkeiten. Das erste was wir quasi sahen, war die alte Kirchenruine von Jedburgh. (http://s.bjoern-fey.com/scot17001). Leider nicht nur geschlossen, sondern auch eingezäunt. So konnten wir die Ruine nur von aussen ansehen. Das war aber ok. Dann haben wir uns weiter aufgemacht. Es war schon relativ spät am Tag und wir machten uns erneut auf die Suche nach einem Nachtlager. Da die Erfahrung wie das in Schottland so läuft, gegen null tendiert, taten wir uns erst was schwer. Wir haben dann einen Friedhof angesteuert der in der Nähe der Dryburgh Church ist. Aber dort gab es nicht nur keinen Parkplatz sondern auch Mücken ohne Ende. Also sind wir weiter gefahren. Und durch Zufall eine Sackgasse bis zum Ende gefahren. Dort standen wir nun in einem Feldweg und es war wunderbar. Ruhig und man hatte genug Platz um niemanden zu behindern. Dies war also unser erstes Nachtlager in Schottland. Ein wunderschöner Sonnenuntergang, leckere Steaks und der erste Whiskey in Schottland (Bowmore 15 – http://s.bjoern-fey.com/scot17002) ließen uns den Abend wirklich genießen.

 

Tag 2:

Nach einer ruhigen Nacht, dem ersten Härtetest der WoMo Dusche und einigen Kaffee ging es von dort aus weiter rein ins Land. Es stand Edinburgh auf dem Plan. Natürlich mit ein paar Zwischenstops. Die William Wallace Statue in der Nähe der Dryburgh Church war nur ein kurzer Zufallsstop auf dem Weg nach Crichton Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17003) und dann natürlich weiter nach Edinburgh. Auf dem Weg nach Crichton Castle haben wir das erste mal eindrucksvoll gesehen wie schlecht die Schotten Rückwärts Autofahren können. Ein Honda Civic mit einer Familie drin kam uns entgegen. Ein Stück hinter ihm war ein Passing Place. Ich hätte ein ganzes Stück mehr zurückfahren müssen, zumal ich das große WoMo fuhr und er den kleinen Civic. Im Nachhinein hätte ich besser Rückwärts fahren sollen. Das wäre schneller gegangen. Er hat sein Auto auf den 30m fast 2 mal geschrottet und sich ebenfalls fast im Graben festgefahren. Und das auf einer nichtmal schmalen Straße. Es war schon komisch anzusehen. Auf der restlichen Tour ist es uns beinahe jeden Tag untergekommen, dass ein Schotte rückwärts fahren wollte und dies so schlecht zu Stande brachte, dass ich irgendwann völlig automatisch Rückwärts gefahren bin bevor da noch was passiert.

Da diese Tour, das stand ziemlich schnell fest, möglichst wenig mit touristischen Zielen zu tun haben soll und auch keine Städtereise ist, stand in Edinburgh nur der ‚Arthur´s Seat‘ (http://s.bjoern-fey.com/scot17004) mit seinem tollen Blick über die Stadt, auf dem Programm. Wir haben also in Ruhe das WoMo abgestellt und sind den Berg hochgekraxelt. Eine tolle Aussicht entschädigte uns sofort für die recht anstrengende Wanderung bergauf. Wir verweilten ein bischen, genossen jeder ein Bier und machten uns dann auf den Rückweg. Mittagspause und dann weiter in Richtung ‚Firth of Forth‘ (http://s.bjoern-fey.com/scot17005). Danach noch ein paar Ruinen, u.a. eine alte Heilanstalt und einen Drehort der Serie ‚Outlander‘, das Midhope Castle (Lallybroch – http://s.bjoern-fey.com/scot17006). Auf der Fahrt kam uns die Idee in Falkland (http://s.bjoern-fey.com/scot17007), einem angeblich schönen kleinen Ort, zu übernachten um dort ggf. dann auch mal in einen Pub einzukehren. Mitten in Falkland gibt es einen großen Parkplatz, wo auch übernachten nicht verboten ist. Wir haben es uns also in einer Ecke bequem gemacht und dann erstmal wieder Steaks gemacht. Diesmal in der Pfanne, da wir nicht auf dem Parkplatz grillen wollten. Danach stand ein Pub auf dem Programm. Wir haben auch einen gefunden, der war gemütlich und wir haben 2-3 Guiness genossen und mit den einheimischen ein wenig gequatscht. Allerdings ist es sehr schwer Schotten zu verstehen. Selbst wenn die sich Mühe geben ordentlich Englisch zu sprechen. :D

Wir sind dann gegen 23 Uhr wieder in Richtung Wohnmobil. Dort haben wir uns noch ein wenig um Bilder und Videos gekümmert und nen Whiskey genossen. Dann ging es auch schon wieder ins Bett.

Tag 3:

Auch diese Nacht war wieder ruhig und entspannt. Da wir keine Eile hatten, sind wir aufgestanden wie wir wach wurden. Nicht so typisch Schottisches Wetter begrüßte uns. Es war sonnig und nur leicht bewölkt. Wir haben uns also in Ruhe fertig gemacht, Kaffee getrunken und uns dann nochmal bei Tageslicht auf eine Runde durchs Dorf begeben ehe wir wie geplant weitergefahren sind. Für heute hatten wir uns dann vorgenommen in den Cairngorms Nationalpark und damit endgültig in die Highlands (Die beginnen am Rande des Nationalparks) reinzufahren. Dort wollten wir Balmoral Castle (Sommer-Landsitz der Queen – http://s.bjoern-fey.com/scot17008) und die daneben liegende ‚Royal Lochnagar Destillery‘ ansehen. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch erste, atemberaubende, Landschaften. Schon hier bot sich der Anblick von weiten, grünen Landschaften, gesäumt von schönen kleinen Gebirgen. Unberührte Natur soweit das Auge reicht.

Das Schloss Balmoral konnte man von der Straße aus nicht sehen und es gab auch keine Einfahrt die offen gewesen wäre. Ob man Touren hätte buchen können, weiß ich nicht, es war uns auch egal. Wir mussten das nicht sehen. Die Royal Lochnagar Destillery sind wir aber auch angefahren und haben dort auch direkt mal eine Destillery Tour gebucht. Für 8 Pfund wurde uns die Destillery gezeigt und erklärt wie hier Whisky hergestellt wird. Sehr interessant, aber für uns auch nichts wirklich neues. Der Whisky heisst auch nur deswegen ‚Royal‘ weil er die bevorzugte Sorte der Königlichen Familie ist. Und das seit mehr als 100 Jahren. Uns hat er eher mässig gut geschmeckt. Das heisst natürlich nicht das der schlecht ist, nur ist uns beiden rauchiger und torfiger Geschmack lieber. Royal Lochnagar ist aber dahingehend eher mild. Kein Rauch, kein Torf. Und das ist sogar Absicht wie man uns auf der Tour erklärte. Naja, jeder wie er mag. Wir haben dann davon abgesehen eine 80 Pfund teure Destillen-Abfüllung zu kaufen. Und so blieb es bei der Besichtigung. Da der Tag auch schon wieder weit fortgeschritten war, suchten wir erneut einen Platz für die Nacht. Wasser hatten wir kurz zuvor aufgefüllt und festgestellt das unser Wasserverbrauch erstaunlich gering ist. Inkl. Duschen von uns beiden würden wir mit den 100 Litern Frischwasser min. 4, aber vielleicht sogar 5 Tage auskommen. Sehr gut, das beruhigt. Nun sind wir diverse Straßen in der näheren Umgebung abgefahren um einen schönen und ruhigen Platz zu finden. Als wir schon fast aufgeben wollten, sind wir eine schöne Landstraße lang gefahren und haben einen kleinen Parkplatz mitten zwischen den Bäumen gefunden. Das war, nachdem wir die Höhe gecheckt hatten wegen den Ästen und dem Dach des WoMo, unser Platz für die Nacht. Ein Traum, direkt an einem Fluß und umgeben von Grün. Wir haben es uns also gemütlich gemacht, den Grill ausgepackt und angefangen die Steaks und Würstchen zu grillen. Dann kam der erste Kontakt mit dem MacMidge Clan. Die schottischen Mücken, genannt Midges und von uns nach einer Weile auf den Namen ‚Clan Mac Midge‘ mit dem Anführer ‚Gregor MacMück‘ getauft, fielen über uns her. Und zwar so, dass uns nur noch die Flucht ins WoMo blieb. Dort sind wir ja sicher, da doch jedes Fenster ein Fliegengitter hat. Richtig … ein Fliegengitter! Kein MacMidge Gitter. Die MacMidges sind so klein, das sie die Gitter sicherlich lediglich als Flugübung betrachten und einfach durchfliegen um drinnen dann alles zu zerbeissen. Wir haben in dieser Nacht echt gelitten und von da an haben Gregor MacMück und seine MacMidges leider dafür gesorgt, dass wir keinen Abend mehr draussen sitzen konnten.

Tag 4:

Die Nacht war also eher nicht so erholsam. Wir sind dann morgens aufgestanden, da waren, wahrscheinlich wegen der Nachtkälte, keine MacMidges mehr da. Allerdings tauchten im Laufe des Kaffeetrinkens wieder die ersten auf und wir beschlossen schleunigst weiter zu fahren. Heute hatten wir uns vorgenommen Carrbridge und das Culloden Battlefield zu finden und danach weiter nach Inverness und dann gucken worauf wir noch Lust haben. Carrbridge (http://s.bjoern-fey.com/scot17009) ist eine alte Steinbrücke welche einfach sehr schön anzusehen ist. Auf den meisten Fotos sieht es aus als wenn sie irgendwo in der Natur steht. In der Realität steht sie einfach mitten im Dorf, umgeben von Häusern, Hallen und Straßen. Trotzdem sehr schön anzusehen. Das Culloden Battlefield (http://s.bjoern-fey.com/scot17010http://s.bjoern-fey.com/scot17011) war eines der bekanntesten Schlachtfelder der Schotten gegen die Engländer. Hier starben bei der berühmten Schlacht am 17. April 1746 ca 1250 Schottische Kämpfer. Heute erinnern Flaggen an die Frontlinien der beiden damaligen Feinde und Steine an die Positionen der einzelnen Schottischen Clans. Eine sehenswerte und schön angelegte Gedenkstätte. Von dort aus ging es weiter nach Inverness. Wir hatten unsere Lust auf Städtetouren eh schon komplett abgelegt, was auch Inverness traf. Wir haben nur eingekauft, getankt und sind dann weiter zum Chanonry Point (http://s.bjoern-fey.com/scot17012). Dort war ich gespannt auf vielleicht sichtbare Delphine. Diese hatten aber, trotz besten Wetters und relativ ruhiger See, keine Lust. Für ein schönes Panorama und eine tolle Aussicht beim Mittagessen hats aber gereicht.

Da der Tag sich langsam dem Ende neigte und wir noch keine Ahnung hatten wo wir schlafen wollten, ausserdem auch in der Nähe Dunrobin Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17013) ansehen wollten, mussten wir uns mal wieder auf die Socken machen. Also erstmal auf in Richtung der Burg. Dunrobin Castle ist von vorne wirklich unscheinbar. Klar, eine Burg direkt am Meer. Aber dunkel, irgendwie nicht sehr beeindruckend und Autos auf dem Parkplatz davor. Ich hab dann lustlos ein paar Bilder gemacht und wollte schon weiter …. dann hab ich mich aber entschlossen doch noch an der Burg vorbei zu laufen und mal die Meerseite anzusehen. Und was soll ich sagen – Wahnsinn. Da tut sich ein toller Schlossgarten auf, der perfekt gepflegt ist und wo man, ohne jeglichen Eintritt, einfach reingehen kann. Auch wenn einige Treppen zu gehen sind bis man unten ist, von unten ist die Burg dann noch beeindruckender. Mit dem Garten als Vordergrundkulisse wird es dann einfach beeindruckend.
Nach dieser kurzen Visite sind wir dann noch ein Stück weiter gefahren, in der Hoffnung auf einen Platz direkt am Meer. Auf die Schnelle haben wir aber nichts gefunden und entschlossen uns dann zurück zu fahren um die A839 in Richtung Westen Schottlands zu fahren. Hier haben wir dann auch einen Übernachtungsplatz auf einem Hochplateau gefunden. Ein grandioser Ausblick und sternenklarer Himmel entschädigten fast für die erneuten Angriffe der MacMidges. Auch hier war nicht dran zu denken draussen zu bleiben, trotz angenehmer Temperaturen und einer klaren Nacht.

Tag 5:

Dafür war der Schlaf sehr erholsam und wir haben ziemlich lange geschlafen. Danach haben wir es uns gut gehen lassen mit Kaffee und langsamem wachwerden. Pläne für den Tag haben wir nicht gemacht, abgesehen davon, dass wir weiter nach Westen wollten und dann mal sehen wohin. Wir sind also gemütlich quer durchs Land gefahren, haben bei Lairg noch an einer Apotheke angehalten um Anti-MacMidge-Zeug zu kaufen, und sind schließlich im Westen angekommen. Die Überlegung Südlich abzubiegen um uns langsam aber sicher in Richtung Ullapool zu bewegen, haben wir zugunsten der Reise in den hohen Norden verworfen. Durness war jetzt unser neues Ziel. Die Strecke dahin war unbeschreiblich schön. Wir hätten richtig was verpasst wenn wir nicht dahin gefahren wären. Aber auch Durness, ein winziges Dorf, aber mit Sandstränden, türkisem Meer und Steilküste par exellence, sind ein Highlight. Nach einem kurzen Spaziergang an der Steilküste entlang zu einem Aussichtspunkt (http://s.bjoern-fey.com/scot17014), haben wir uns dann auch schon wieder auf den Rückweg aus dem Norden gemacht. Zurück ging es durch die wunderschöne Landschaft, grob in Richtung Ullapool.

Durch die vielen Pausen für Fotos oder einfach nur um die Landschaft zu genießen, geht die Zeit wie im Flug rum. Erneut machten wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Wie immer vergeht eine ganze Zeit bis man etwas findet was annehmbar ist. Wir haben mal wieder durch einen Zufall, einen wunderschönen Platz gefunden der sogar den Blick auf eine Bucht freigab. Zunächst dachten wir, dass wir hier sicher sind vor den MacMidges, da wir genüsslich ein Bierchen tranken während wir auf einem Felsen saßen und in die Bucht hinunter guckten. Dort unten spielten 4 Robben. Fantastisch. Ich habe probiert das mit meiner Kamera einzufangen, was aber wegen der Entfernung nicht gelang. Mein Plan deswegen hinunter ins Tal zu steigen, war schon nach wenigen Metern aufgegeben. Es ist einfach alles morast gewesen. Dazu sehr steil und ich denke das alleine der Abstieg sehr lange gedauert hätte und anstrengend gewesen wäre. Der Aufstieg wäre dann eine Herausforderung geworden … ne, da hatte ich dann doch keine Lust drauf. Also haben wir den Grill aufgebaut und uns um unser Essen gekümmert. Noch während des Essens begann der Angriff von Gregor MacMück erneut, so das wir nur hastig zusammenpacken konnten und uns samt aller Sachen zurück ins WoMo begeben konnten. Wir sind dann nochmal raus und hin zu dem Felsen wo eben keine MacMidges waren … und siehe da. Immer noch keine da. Dort hatte man, warum auch immer, seine Ruhe. Wir haben also den Abend dort genossen bis wir auf die Idee kamen, auf einen nahegelegenen Hügel zu wandern, um zu sehen was dahinter ist. Die, eigentlich kurze, Wanderung war dann doch abenteuerlich. Schon nach 1m standen wir im Morast. Das laufen war anstrengend und gleichzeitig waren meine Schuhe bereits nach 3 Schritten voll Wasser gelaufen. Ok, das war keine Kunst, da ich Depp Sportschuhe angezogen hatte. Egal, wir haben dann probiert uns von Steinfeld zu Steinfeld zu bewegen. Wobei teilweise sogar die Steinfelder morastig überzogen waren. Angekommen auf dem Hügel, erwartete uns aber ein tolles Panorama über eine Halbinsel, ein einsames Haus und dann hinaus aufs Meer. Toll, und das im Abendlicht. Eine schöne Begegnung hatte ich auch noch mit einem Reh. Das hüpfte vergnügt durch den Morast … bis auf 20m an mich heran (wo ich es erst bemerkte), grinste dann doof und hüpfte weiter … geradewegs einen offensichtlichen Abgrund herunter. Der stellte sich später bei genauerer Betrachtung zwar nur als ein relativ steiler Berg heraus, aber aus der Perspektive zu dem Zeitpunkt war das einfach eine Kante die ins Nichts führte. War komisch anzusehen und witzig zugleich.

Auch dort gabs wieder ein Erholungsbierchen und überhaupt haben wir viel Bier und Whisky getrunken auf der Reise. Aber das gehört zum Genuß im Urlaub auch irgendwie dazu finde ich. Ein paar Bilder hab ich noch gemacht, und dann haben wir uns, bei beinahe Dunkelheit, ohne Taschenlampe, auf den Rückweg gemacht. Wir wollten die totale Dunkelheit vermeiden, weil wir einfach keine Lust hatten, irgendwann mit dem Gesicht im Morast zu liegen. Es ist uns gelungen weitestgehend trockenen Fußes wieder auf den Weg zurück zu gelangen. Wir haben den Abend dann auf dem Felsen ausklingen lassen und haben eine sehr angenehme und ruhige Nacht verbracht.

Tag 6:

Aufgewacht sind wir dann irgendwann um halb 10 oder so. Blöd war, dass wir genau auf einem Touriparkplatz standen. So kamen tatsächlich hier und da mal Autos vorbei. Aber keiner störte und so konnten wir ungestört den Morgen beginnen. Bei tollster Aussicht auf die Bucht haben wir den Tag mal wieder sehr ruhig begonnen. Die Weiterreise in Richtung Ullapool stand an. Dort wollte ich unbedingt mal hin, weil es ein bekannter schöner Ort sein soll und meine Eltern dort vor fast auf den Tag genau 40 Jahren auch mal waren.

Man kann den direkten Weg nehmen, aber wie sich auch jetzt wieder rausstellte, ist der Umweg die bessere Wahl. Wir haben bei Loch Gleann Dubh nochmal frisches Wasser getankt und sind dann kurz hinter Unapool rechts abgebogen auf die Küstenstraße. Eine beeindruckende Single Track Road welche durch tolle Orte führt und mit Wahnsinnsaussicht nicht geizt. Die Strecke ist ein absolutes Highlight auf der ganzen Tour. Die Westlichen Küstenstraßen sollte absolut jeder der Schottland besucht einmal abfahren. Am liebsten hätte ich diese Straßen in einem schönen Sportwagen unter die Räder genommen, aber das WoMo war eben unser Gefährt und so musste ich damit vorlieb nehmen.
Ungefähr auf der halben Strecke zurück zur Hauptstraße fiel uns ein Schild auf, das auf einen Leuchtturm hinwies. Kurzentschlossen sind wir dieser Straße gefolgt bis zum Stoer Lighthouse (http://s.bjoern-fey.com/scot17015). Einmal mehr beeindruckte die Landschaft nachhaltig! Wir verweilten dort eine Weile, machten unsere obligatorische Mittagspause mit Blick auf den Atlantik und bei relativ starkem Wind auch dort oben. Es schaukelte das WoMo ganz schön durch, und ich glaube, dass ich hier nicht hätte pennen können, aber es war ein schöner Platz zum Mittagessen. Nach der Pause haben wir uns dann auf den Rückweg zur Küstenstraße gemacht und sind ihr weiter durch die Landschaft gefolgt.
Unser Plan sah vor erst bei Drumrunie wieder auf die A835 zurückzufahren. Allerdings habe ich ein Stückchen hinter Inverkirkaig mal an einem Abzweig angehalten. Dort stand ein Hinweisschild was wir bis dahin noch nicht gesehen hatten. Hier wurde nicht nur davor gewarnt nicht mit Caravans oder LKW auf die Strecke zu gehen, sondern auch mit Wohnmobilen nicht. Insbesondere nicht mit Fahrzeugen die länger als 8m sind. 2 Minuten Nachdenken und das Wissen um die tolle Strecke die wir bis jetzt an der Küste entlang gefahren sind, haben mich dann weiterfahren lassen. Und ehrlich … das WoMo hätte nicht viel größer sein dürfen, so eng wird es auf einem kleinen Stück an der Küste. Aber alles gut gegangen und schon wieder ein anderer Typ von Wahnsinnslandschaft. Schottland ist bzgl. der Landschaftsvielfalt einfach der Hammer. Es gibt dort alles was man sich vorstellen kann. Ok, Gletscher und Regenwald hat uns gefehlt, aber ansonsten war alles dabei.

Zurück auf der A835 sind wir dann straight bis nach Ullapool (http://s.bjoern-fey.com/scot17016) gefahren. Mit dem Plan im Hinterkopf, dort einzukaufen, dann was essen zu gehen und dann in einem Pub zu versacken. Auch hier kam es mal wieder anders als geplant. Wir haben auf dem Parkplatz in der Mitte des Ortes geparkt und bereits alles vorbereitet für die Nacht. Etwas ungemütlich, aber das ging schon. Obschon es verboten war lt. Schild, standen da viele WoMos, sicherlich auch einige über Nacht. Wir sind also einkaufen gegangen und haben im Tesco dann auch direkt mal das Internet ausgenutzt, denn oben in den Highlands gibts einfach sowas wie Internet gar nicht. Eigentlich gibt es nicht selten gar kein Handynetz. Eingekauft haben wir auch und uns dann gemütlich aufgemacht in Richtung Hafen. Dort haben wir nach einem Restaurant gesucht und sage und schreibe ein einziges gefunden. Wir sind dann dort auch eingekehrt und haben uns durch die Karte gelesen. Es gab Bier … klar … und das erste mal im Leben … Haggis! Der war zwar so gebacken im Teigmantel, aber lecker. Entgegen aller Berichte konnte man den wirklich gut essen. Wir hatten das natürlich als Nebenspeise bestellt und haben uns nach dem ausführlichen Essen dann wieder gemütlich aufgemacht einen Pub zu suchen. Und zack … keinen am Hafen gefunden. Also kurz diskutiert, Geld geholt und ab zum WoMo … weiterfahren. Ullapool ist mal schön anzusehen und liegt sehr schön gelegen, aber viel Zeit muss ich dort nicht verbringen. Da es aber schon relativ spät am Abend war und wir keine Lust mehr hatten, haben wir nach einer möglichst naheliegenden Schlafgelegenheit gesucht. Ein Wanderparkplatz direkt an der Landstraße leistete gute Dienste. Die Nacht war ruhig und weitgehend frei von MacMidges.

Tag 7:

Gut erholt haben wir uns auf den Weg zu den Falls of Mesach gemacht. Die waren nur einige wenige Meilen weg von unserem Nachtlager, so das wir noch relativ früh und weitestgehend ohne andere Touris dort ankamen. Leider gab es auch hier schon wieder Gregor MacMück und seine Schergen, aber da mussten wir jetzt durch. Die Falls sind beeindruckend wie sie einfach mal aus einem normalen Flußbett so in die Tiefe stürzen. Eine Schlucht, superschmal und nur von diesem kleinen Fluß in Jahrtausenden in den Fels geschnitten. Von einer Aussichtsplattform die in die Schlucht hineinragt, hat man eine tolle Aussicht. Nach diesem Kurzbesuch haben wir uns dann für den schnellen Weg nach Applecross entschieden. Im Nachhinein bereue ich das ein wenig, dass wir trotz der tollen Erfahrungen der letzten beiden Tage, nicht die lange Küstenstraße genommen haben, aber so ist es jetzt nunmal. Die Landschaft auf dem Weg nach Applecross ist, zumindest bis man am Fuße der Passstraße steht, nicht so beeindruckend. Mehr so zwischenreiseland. Ausserdem regnete es in Strömen die ganze Zeit, und so fuhren wir einfach so vor uns hin mit einem Ziel ohne Zwischenstops. Irgendwann nachmittags, das WoMo war gerade frisch betankt, standen wir dann am Beginn der Passtraße (http://s.bjoern-fey.com/scot17017) mit ihren sehr großen Hinweisschildern. Natürlich konnten diese Schilder mich nicht eine Sekunde davon abhalten dort mit dem WoMo drüber zu fahren. Gesagt getan. Die Straße wand sich langsam in die Berge hinein. Es war eng, aber nicht beunruhigend. Dann kamen die wirklich engen Serpentienen. Hier war ich letztlich froh, dass mir keiner entgegen kam. Ich brauchte mit dem WoMo einfach mal die komplette Straßenbreite in den Kurven. Ausserdem war die Steigung für die Kupplung nicht sehr angenehm. Aber wir haben es geschafft und der Blick hinunter war das alles auch mal wieder mehr als Wert. Unser erster Stop oben, war noch kurz oberhalb der Serpentinen. Ein Stück weiter ist sogar ein großer Parkplatz. Je nach Zeitpunkt hätten wir hier sogar ruhig übernachten können. Naja ruhig ist relativ, denn dort oben war es durchgehend sehr windig. Es war wieder Zeit für eine Pause und wir genossen den Ausblick einmal mehr. Nach ein paar Selfies und Videos sowie ein paar Fotos haben wir uns auf den weiteren Weg hinab zum namensgebenden Ort Applecross gemacht. Dort angekommen haben wir die ersten echten Highland Rinder gesehen. In ihrem Typischen Zottellook standen sie auf einer Weide herum. Fotos waren dringend nötig an dieser Stelle. Auf dem weiteren Weg hatten wir dann noch in Applecross, einen freilaufenden Hirsch. Unten im Ort gibt es sogar Strand und auch hier hätte man wunderbar nächtigen können. Aber wir hatten noch früh am Tag und wir wollten jetzt die lange Mädchenroute (Das ist die die empfohlen wird wenn man nicht über den Pass will oder kann) zurück um auch diese mal gesehen zu haben. Die ist mehr als 3 mal so lang wie der Pass und führt komplett an der Küste entlang. Es ging vorbei an schönen, einsamen Häusern und einer relativ kargen Landschaft bis hin zu einer weiteren Herde Highland Rindern. Die allerdings waren völlig frei und liefen einfach mal auf der Straße rum. Hier war nicht nur kein Weiterkommen möglich in dem Moment, sondern es war auch Phototime. Ich musste mich ausgiebig austoben mit der Kamera und diesen prachtvollen Tieren als Modelle. Als es dann weiterging fanden wir unterwegs noch einen kleinen, aber interessanten Wasserfall und haben uns dann doch langsam mal auf die Suche nach einem Platz für die Nacht gemacht. Irgendwann tauchte links von uns ein Weg auf der weder verschlossen war, noch als Privat gekennzeichnet. Also bin ich da kurzerhand reingefahren und schon nach 20m tauchte rechts ein kleines Plateau auf mit Blick aufs Meer. Kurzentschlossen wollte ich dort halten, in der Annahme einen schönen Nachtplatz gefunden zu haben. Noch während ich so schön nach Rechts lenkte um zu parken, meint mein Kumpel nur noch laut … fahr da nicht rein. Da war es aber auch schon zu spät. Der linke Vorderreifen stand 10cm tief im Schlamm. Was das bei einem frontangetriebenen 3,4to WoMo heisst brauche ich euch nicht zu sagen denke ich. Es war schon abzusehen, dass es sehr schwer werden würde da wieder rauszukommen. Besonnen handeln ist angesagt. Ich hatte genau für diesen Fall vor der Fahrt noch Anfahrhilfen (http://s.bjoern-fey.com/scot17018) gekauft. Im Bewusstsein das diese uns jetzt retten würden, habe ich sie hervorgeholt und unter beide Vorderreifen gelegt. Naja … es ging nichts. Also mussten wir zumindest das linke brett irgendwie weiter unter das Rad bekommen … ein bischen drücken und es war ein Stück weiter drunter. Das hat gereicht. Beim rausfahren ist das Brett zwar in der Mitte gebrochen, aber es hat getan wofür es gebaut wurde. Nach dem Urlaub habe ich mir dann allerdings direkt neue Hilfsbretter von Froli (http://s.bjoern-fey.com/scot17019) geholt. Die sind stabiler und sehen auch so aus als ob sie bei wirklich viel Schlamm noch helfen. Für den Notfall hatte ich aber auch noch Schneeketten dabei. Aber es hat ja gereicht. Und weil wir von unserer Position sehen konnten das der Weg auf einem kleinen Parkplatz endete, haben wir dort kurzerhand unser Nachtlager aufgeschlagen. Leider war auch hier, umgeben von Farn und Moor, kein denken an das draussen sitzen. Hier war auf jeden Fall auch ein Batallion der MacMidges stationiert. Trotzdem war der Platz sehr angenehm und wir haben gut geschlafen.

Tag 8:

Nach zwei oder drei Kaffee stand fest, dass es heute auf Skye gehen sollte. Und zwar fast auf direktem Weg. Ein kurzer Zwischenstop bei Eileen Donan Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17020) war noch geplant. Also stand erstmal einige Zeit nur fahren auf dem Programm. Die Landschaft war wie immer, sehr schön. Allerdings war hier nicht mehr soviel besonderes, weswegen Fotostops selten waren.
Das war aber nicht schlimm und so näherten wir uns Eileen Donan Castle recht schnell. Dort allerdings, wurden wir vom Massentourismus erschlagen. Parken mit dem WoMo eh unmöglich, und so hielten wir auf der anderen Seite der Bucht und machten ein paar Fotos mit dem Teleobjektiv von der Burg. Ausserdem haben wir dort unsere Wasservorräte aufgefüllt um uns dann auf den Weg nach Skye zu machen. Allerdings war nicht nur bei Eileen Donan Castle der Massentourismus, sondern ab Kyle of Lochalsh war es eine perlenkette von Autos. Uns verging wirklich schnell die Lust auf die Insel. Aber ich wollte unbeirrt weiter zum Old man of Storr (http://s.bjoern-fey.com/scot17021). Kurz vor dem Ziel war der Andrang schon auf der Straße so dicht, das wir auf einem Parkplatz rasteten und dann beschlossen das wir Skye noch am selben Tag wieder verlassen würden. Massentourismus war nicht das worauf wir Lust hatten nachdem Schottland sich bis dahin von der besten Seite zeigte in Sachen Tourismus. Allerdings wollte ich noch Dunvegan Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17022) ansehen und auch beim Neist Point (http://s.bjoern-fey.com/scot17023) wollte ich noch vorbei. Dunvegan Castle haben wir erreicht und ebenfalls sofort wieder umgedreht. Auch hier, Andrang ohne Ende. Irgendwie kam das Gefühl auf, das die Touristen nur nach Skye fahren und den Rest von Schottland verschonen. Naja … Neist Point noch und dann wieder runter von der Insel. Die Fairy Pools (http://s.bjoern-fey.com/scot17024) und auch the Quiraing (http://s.bjoern-fey.com/scot17025) haben wir zum Zeitpunkt schon komplett aus der Planung ausgeschlossen. Der Neist Point war auch wieder durch wirklich atemberaubende Landschaft zu erreichen. Mehrmaliges stoppen für Fotos war absolut nötig. Am Point war auch wieder Massentourismus, aber es zerstreute sich etwas, so das wir parkten und hingelaufen sind. Zumindest bis an die Klippen, nicht bis zum Lighthouse. Hier sind aber wirklich tolle Fotos entstanden. Der Weg hat sich gelohnt. Und je nach Uhrzeit kann man hier mit dem WoMo auch wunderbar übernachten und so Abend- und Morgenstimmung genießen. Das mache ich vielleicht beim nächsten Besuch. Danach ging es auf dem direkten Weg wieder runter von der Insel. Und wieder kamen wir an Eileen Donan Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17020) vorbei. Diesmal waren keine Touristen mehr da, denn es war ja schon spät am Abend. Also nochmal schnell auf den Parkplatz und ein paar grandiose Fotos geschossen. Jetzt musste aber auch dringend mal wieder ein Nachtlager gefunden werden. Es wurde dunkel und wir hatten keine Lust mehr auf Fahren. An diesem Tag waren es gut 350km auf Land- und Nebenstraßen. Das schlaucht ganz schön. Auf dem Weg Richtung Invergarry, unserem nächsten Ziel, haben wir dann irgendwann in einem Tag einen Parkplatz, ein wenig abseits der Straße, gefunden. Auch hier stellte sich schnell heraus das Gregor MacMück hier lagerte, aber gut, wir kannten das mit dem hermetischen dichtmachen des WoMos ja schon. Es war nur ein kurzer Abend bis wir erschöpft ins Bett fielen.

Tag 9:

Weiter gehts nach Loch Garry. Warum fragt ihr euch …. nun, ich war da schon einmal. 1977 im Bauch meiner Mama. Und das Bild was mein Vater von ihr gemacht hat, wollte ich nachstellen. Ein wenig habe ich mich in der Planung vertan, so das wir erstmal an dem Parkplatz vorbeigefahren sind um an der Falschen stelle zu suchen. Dann aber nochmal die Karte studiert und den richtigen Platz (http://s.bjoern-fey.com/scot17026) ausgemacht. Wir sind dort hingefahren und hatten zum ersten Mal seit 6 Tagen sehr schnelles und stabiles Internet. Beschlossen war also, Fotos zu machen, Mittagspause und alles mögliche im Internet zu erledigen. Wir waren 4 Stunden an diesem Parkplatz! Nach ausführlicher Recherche wie und wo das Bild aufgenommen wurde, stellten wir allerdings fest, dass das so nicht nachzustellen war. Die Bäume die es damals noch nicht gab, waren einfach mal so hoch das man auf dem Foto den See nicht mehr gesehen hätte. Also haben wir die Perspektive ein wenig verändert und ich hab doch noch mein Foto bekommen. Ich habe daraus dann direkt 2 Postkarten für meine Eltern machen lassen. Mit dem alten und dem neuen Bild nebeneinander.

Obwohl wir Loch Ness schon als Tourispot abgehakt hatten, waren wir doch jetzt einmal in der Nähe. Kurzentschlossen sind wir also über Invergarry nach Fort Augustus und dann weiter nach Invermoriston am Loch Ness gefahren. So haben wir es wenigstens mal gesehen. Bei Invermoriston haben wir noch frisches Wasser getankt und den Fluß der aus den Bergen ins Loch Ness floss genossen sowie für ein paar Fotoaufnahmen genutzt. Sehr schöne Landschaft … einmal mehr. Von dort aus sollte es dann weiter gehen in Richtung Fort William, aber mit einem Zwischenstop bei den Parallel Roads of Glen Roy (http://s.bjoern-fey.com/scot17027). Der Weg dorthin war allerdings auch mal wieder eine sehr enge Straße. Diese mündete allerdings auf einem Hochplateau wo man bei perfekter Aussicht auch gut hätte übernachten können. Wäre nicht auch hier ein Lager von Gregor MacMück! Es dauerte nicht lange und sie hatten uns entdeckt. Also schnell Fotos machen und dann nichts wie weg. Ein kurzer Einkauf in Spean Bridge und dann weiter nach Fort William. Dort freuten wir uns aber endlich auf einen Pub und suchten einen Parkplatz mitten in der Stadt. Wir fanden dann einen am Fußballplatz. Leider kein Overnight parking, was wir aber ignoriert hätten. Nur haben wir in Google Maps auch keinen Pub gefunden und so auch die Lust auf Fort William verloren. Da am nächsten Tag das Glenfinan Viadukt (http://s.bjoern-fey.com/scot17028) auf dem Plan stand, haben wir uns einfach mal in die Richtung aufgemacht um dann irgendwo zu halten wo Platz ist. Wir wurden schnell fündig. Am Stadtrand von Fort William ist ein riesiger geschotterter Platz. Hier soll wohl irgendwann mal irgendwas entstehen. Egal, wir sind da drauf und haben es uns gut gehen lassen. Hier waren wir sogar weitestgehend sicher vor den MacMidges. Leider nur weitestgehend. Ein paar haben uns doch gefunden. Aber es war erträglich genug um den ganzen Abend die Fenster am WoMo aufreissen zu können. Durch Google und einige Sirenen, stellten wir erstaunt fest das wir gerade quasi neben dem Polizeipräsidium von Fort William übernachteten. Es störte aber niemanden und so konnten wir ungestört dort unsere Nacht verbringen.

Tag 10:

Der neue Tag begann mit einer Wahnsinnsaussicht auf die leicht nebelverhangenen Berge hinter Fort William. Auf dem Plan stand zunächst das Glenfinnan Viadukt und dann der Weg ins Glen-Coe. Wir fuhren also durch strömenden Regen (bis zur Abfahrt hatte es noch nicht geregnet) in Richtung des Viadukts … und schon hier war auch wieder abartig viel Verkehr. Am Viadukt war einfach weit und breit alles voll mit Autos und Menschen. Mit dem WoMo war es wohl unmöglich hier einen Parkplatz zu finden und wir hatten auch keine Lust auf die Menschen. Im Nachhinein hätten wir weiter fahren sollen und von einer etwas weiter entfernten Stelle zum Viadukt laufen sollen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Wir haben in einer Nebenstraße gedreht und dabei noch die schöne Kirche gesehen die wir bis dahin nicht auf dem Schirm hatten. Dank Schietwetter, haben wir es aber bei einem schnellen Bild belassen und sind dann zurück Richtung Fort William. Denn da mussten wir leider wieder durch um ins Glen-Coe zu kommen. Fort William war ein einziger Stau und wir haben sicherlich eine Stunde gebraucht um es zu passieren. Danach fuhren wir gemütlich ins Glen-Coe nur um dort erneut von der Schönheit der Schottischen Natur und der Berge erschlagen zu werden. Auch hier waren wieder einige Fotostops nötig. Es sollte an diesem Tag quasi durchgehend regnen und so fuhren wir, immer nur mit kurzen Unterbrechungen, weiter zum Loch Lomond Nationalpark. Im Nationalpark auch wieder atemberaubende Natur und … Regen. Trotzdem waren auch hier Stops nötig um Fotos zu machen. Auch haben wir hier unsere Mittagspause eingelegt und dabei einigen Schafen auf ihrer Weide zugesehen während wir das Essen und die einzigen 20 min. ohne Regen an diesem Tag genossen haben. Von dort aus ging es am Östlichen Rand des Nationalparks bis Callander (http://s.bjoern-fey.com/scot17029), einem der schönsten Dörfer die wir in Schottland gesehen haben. Da es regnete und wir Doune Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17030) auf unserem Plan stehen hatten, haben wir in Callander nur eingekauft und sind dann weitergefahren. Wir hatten den Ort aber markiert als Sehenswert wenn wir nochmal in diesem Leben nach hier kommen. Also absolut zu empfehlen.
Weiter gings nach Doune Castle. Die Burg hatte zwar schon geschlossen, war aber trotzdem schön anzusehen. Wir sind ein wenig drumherum gelaufen um uns dann zu überlegen wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Und diesmal war Stadt angesagt. Bridge of Allan, ein Vorort von Stirling bot uns einen guten und relativ ruhigen Platz für die Nacht.

Tag 11:

Warum wir diesen Platz gewählt hatten, wird klar wenn man den Plan für Tag 11 betrachtet. Das Wallace Monument bei Stirling, Castle Stirling, Falkirk Wheel, Kelpies und Linlithgow Castle. Das Wallace Monument (http://s.bjoern-fey.com/scot17031) ist schon von weitem zu sehen und wir kamen ohne Erwartungen dort an. Ein steiler und relativ anstrengender Aufstieg wird aber entschädigt von einer tollen Architektur und einem tollen Ausblick. Hier habe ich auch endlich mein schönes Bild der schottischen Flagge machen können was ich für mein Reisebuch noch die ganze Zeit im Kopf hatte. Aber ein schönes Bild von dem Monument war bis dahin und von hier oben nicht möglich. Also habe ich auf der Straßenkarte nach einem besseren Punkt gesucht und diesen auch gefunden. Wir sind also wieder runter, haben es uns aber nicht nehmen lassen, doch mal in einem Souvenier-Shop Geld zu lassen. Ich wollte unbedingt dieses Whisky Glas und Schottland Schnürsenkel sowie einen Aufkleber mit der Schottischen Flagge fürs Wohnmobil. Danach ging es dann auf das Gelände der Stirling Universität um dort auf einem Parkplatz einen perfekten Blick auf das Monument zu haben. Auf direktem Weg ging es dann weiter zum Stirling Castle. Durch eine kleine, aber wunderschöne Altstadt ging es hoch zur Burg. Leider auch hier, keine Parkmöglichkeiten für ein WoMo und jede Menge Touristen. Wir haben es also gut sein lassen und uns direkt weiter aufgemacht zum Falkirk Wheel (http://s.bjoern-fey.com/scot17032). Dieses berühmte Bauwerk ist das einzige Schiffshebewerk seiner Art Weltweit. Und wir mussten leider auch lange warten bevor es sich mal in Bewegung setzte. Die halbe Roation dauert gut 5 Minuten und ist relativ unspektakulär. Die Anlage dagegen ist wirklich toll anzusehen. Ausserdem ist für Familien mit Kindern hier ein kleiner Vergnügungspark angelegt. Von dort aus ging es direkt zu den Kelpies (http://s.bjoern-fey.com/scot17033)… nicht. Schon bei der Zufahrt zum Helix Park war nur Stau. Wir haben dann dem Pförtner gesagt das wir nur drehen wollen und sind zurück gefahren. So sehenswert das wir uns damit rumquälen wollten, waren die Pferde Statuen nicht. Auf der Hinfahrt hatten wir schon Linlithgow Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17034) auf der Liste, haben es aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht angefahren. Nun jetzt auf der Rückreise haben wir uns die Zeit genommen. Und das war auch gut so. Parken war zwar nicht einfach … zumindest mit dem WoMo musste man suchen. Mit einem PKW wäre das kein Problem gewesen, und man hätte sogar direkt vor dem Schloss parken können. Wir haben dann einfach unten in der Stadt geparkt und sind hochgelaufen. Linlithgow Castle war geöffnet und wir haben 6 Pfund bezahlt um uns in der Ruine umsehen zu dürfen. Toll gemachte Info Tafeln erklären einem genau welche Räume welche Funktion hatten. Es ist schon beeindruckend wenn man in einem Saal steht der mal für alle Leute der Burg der Essenssaal war. Oder im Thronsaal, der im Verhältnis relativ klein war. Neben dem Thronsaal waren dann die Königlichen Gemächer mit einem tollen Blick auf den See hinter der Burg. Darüber die Gemächer der Königin und ganz oben des Prinzen. Alles sehr durchdacht und ziemlich interessant. Es gibt auch Führungen, aber wir haben uns lieber auf eigene Faust umgesehen. Die Burg kann ich jedem nur ans Herz legen.
Heute hatten wir mal keine Lust auf Mittagspause und selber kochen, also sind wir am Fuße von Linlithgow Castle in ein kleines, aber sehr gemütliches und feines Restaurant Namens Four Marys (http://s.bjoern-fey.com/scot17035) gegangen. Hier gabs für uns beide Hühnchen mit Haggis. Sehr sehr lecker. Ausserdem ein Stout Bier, dessen Marke ich aber vergessen habe. Ebenfalls lecker. Wir haben das Essen genossen und sind dann gemütlich zurück zum Wohnmobil. Von dort aus sind wir erstmal wieder nach Stirling zurück um dann Westlich abzubiegen, zurück zum Loch Lomond Nationalpark. Allerdings wesentlich westlicher als wir ihn verlassen hatten. Dort erwartete uns eine Burgruine. Sehr sehenswert und beeindruckend. Aufgrund meiner Erfahrung würde ich tippen das die Ruine schon gute 40 Jahre so vor sich hin rottet. Die meisten Aussenmauern stehen noch und zeigen was dies einst für ein Prächtiges Gemäuer war. Bewegen kann man sich schon lange nur noch im Erdgeschoss und auch da nicht überall. Es ist längst alles eingestürzt was oberhalb war. Bäume die überall im Gebäude wachsen haben schon sehr stattliche größen erreicht. Die Anfahrt zu diesem Gebäude war allerdings sehr holprich. Nicht weil es keine Straßen gäbe, sondern weil das Navi die normale Zufahrt fälschlicherweise als Privat kannte. Dem war nicht so. Aber das Navi leitete uns durch irgendeinen Feldweg der das WoMo sicherlich wieder Lebenszeit gekostet hat. Der Rückweg war dann spannend, denn ich wollte das WoMo nicht nochmal dort langfahren. Also habe ich einfach mal eine andere Richtung eingeschlagen und wir sind über eine 3to Brücke gefahren ( Das WoMo hat voll beladen 3,4to) nur um dann in einer Sackgasse zu landen. Und das wo wir uns bei der schönen Landschaft schon auf einen schönen Platz für die Nacht gefreut hatten. Nur leider war das Ende der Sackgasse der Beginn eines Anwesens. Also alles wieder zurück und dann die andere Richtung die geradewegs auf einer guten Straße raus auf die Hauptstraße führte. Blödes Navi. Bis dahin hatte es sich keine Fehler erlaubt. Überhaupt kann ich nach dieser langen Tour das TomTom Go Navi als App fürs Smartphone absolut empfehlen! Es hat quasi keine Fehler gemacht und lies sich perfekt bedienen.
Egal, in der Nähe stand noch ein schöner Fotospot auf dem Plan und so fuhren wir am Rande des Nationalparks das Finnich Glen (http://s.bjoern-fey.com/scot17036), auch Devils Pulpit genannt, an. Ich hatte bis dahin sehr sehr schöne Fotos aus dem Tal gesehen und wollte es unbedingt selber sehen und Fotos machen. Also Stativ eingepackt und los gings. Nur leider fanden wir nur eine megatiefe Schlucht, so tief dass das Wasser teilweise nicht mehr zu sehen war. Dicht bewachsen und mit Felswänden die ohne Ausrüstung nicht zu bezwingen waren. Wir gingen also immer weiter an dieser Schlucht entlang. Durch tiefen Schlamm der das Laufen zusätzlich erschwerte. Leider fanden wir keinerlei Möglichkeit dort hinunter zu gelangen. Frustriert sind wir wieder abgezogen und zurück zum WoMo gelaufen. In der Nähe hatten wir dann, es war schon 20 Uhr durch, einen schönen Wanderparkplatz gefunden wo erstaunlich viel los war. Aber mit toller Aussicht auf den Nationalpark (aber ausserhalb gelegen) haben wir uns dann einfach einen Platz in der Ecke gesucht. Auch hier war leider keine Chance auf offene Fenster, denn die MacMidges warteten förmlich auf uns. Dennoch war die Nacht wieder ruhig und erholsam.

Tag 12:

Am Abend haben wir, dank brauchbarem Internet, nochmal recherchiert bzgl. Des Einstiegs in die Schlucht und ich habe Fotos von Frauen in High-Heels gefunden. Da war mir klar das es einen, zumindest relativ einfachen, Einstieg geben muss. Ohne Ausrüstung. Also haben wir beschlossen nach dem Kaffee wieder hinzufahren und den Einstieg zu suchen. Wir wurden fündig und was wir sahen war einfach mal mit das schönste was wir bisher in Schottland gesehen haben. Eine wahnsinnig beeindruckende Schlucht mit einem braunen Fluß der sich über kleine Wasserfälle und diverse Strudel seinen Weg bahnte. Ich konnte nicht anders und hab meine Schuhe ausgezogen, die Hosenbeine hochgekrempelt und bin durchs Wasser um zu sehen was hinter den Biegungen zu sehen ist. Es sind einfach wahnsinnsfotos dabei rausgekommen. Der Abstieg, der trotz Befestigung und Seil immer noch recht steil war, war ein Abenteuer für sich und war von oben betrachtet auch beeindruckend. Einfach weil er einfach mal so tief in die Schlucht führte ohne das man das Ende sehen konnte. Die Stufen waren nur auf den ersten 20m benutzbar. Danach waren sie gekippt und damit nicht mehr betretbar sondern eine Rutschbahn. Man musste also daneben runterklettern. Aber es lohnt sich!
Geflasht von dieser Wahnsinnsnatur sind wir dann zurück zum WoMo und haben uns auf gemacht in Richtung Glasgow. Heute stand nämlich nach Plan eine Destille auf dem Programm. Die Auchentushan Destillery (http://s.bjoern-fey.com/scot17037). Ein mir bis dato unbekannter Whisky, aber auf Empfehlung haben wir die Tour gebucht und erlebten eine sehr viel bessere Tour als noch beim Royal Lochnagar. Auchentushan ist der einzige Whisky Weltweit der dreimal destilliert wird. Ob man das schmeckt weiß ich nicht, aber wir haben beim anschließenden verkosten verschiedene Sorten testen dürfen. Der American Oak (http://s.bjoern-fey.com/scot17038) ist wohl der Billig Whisky von Auchentushan. Mir schmeckt er nicht, kostet aber in Deutschland auch immerhin gut 30 Euro die Flasche. Wir haben dann noch den Blood Oak (http://s.bjoern-fey.com/scot17039) und den Three Wood (http://s.bjoern-fey.com/scot17040) getestet. Ich hab mir daraufhin 3 Flaschen des Three Wood mitgenommen. Eine auf Bestellung für nen Kumpel, eine für den Rest der Tour und eine für zu Hause. Einer der besten Whiskys die ich je getrunken habe, aber da sind die Geschmäcker natürlich sehr unterschiedlich. Es gab hier auch einen Whisky von 1957 für schlappe 5000 Pfund zu kaufen. Das war dann doch ein klein wenig über meinem Budget.
Nach der Tour und den Whisky Tastings mussten wir erstmal Mittagspause machen um was in den Magen zu kriegen. Auf nüchternen Magen, mittags, sind so ein paar Whisky schon ordentlich was für den Kopp.
Nach ausgiebiger Pause mit Essen und 30 min. Schlaf sind wir dann weiter. Zu dem Zeitpunkt hatten wir dann erstaunt festgestellt das wir Schottland schon weitestgehend hinter uns hatten und hatten uns den Plan zurechtgelegt auf Islay zu fahren. Dort noch 2 Destillen zu besuchen und dann wieder zurück wenn die Fähre nicht unverschämt teuer und vor allem Zeitlich gut fahren würde.
Internet Recherchen ergaben leider zeitlich sehr unpassende Fahrpläne. Unsere Überlegung war aber dass das Internet vielleicht nicht alles wiedergibt was es gibt und sind deswegen in Richtung Kennacraig Ferry Terminal (http://s.bjoern-fey.com/scot17041) aufgebrochen. Auf dem Weg dahin haben wir kurz hinter Glasgow an einer Tankstelle Frischwasser auffüllen können und sind dann am westlichen Rand des Loch Lomond Nationalparks entlang wieder hoch in die Highlands gefahren. Von dort dann immer weiter westlich bevor es wieder Südlich runter ging, rein in den Zipfel wo Kennacraig, aber auch Tarbert, liegt. Der Weg dorthin war zwar wieder von Dauerregen geprägt, aber trotzdem schön. Eine tolle Landschaft mit einem Mix aus Bergen und Küstenabschnitten. Auf halbem Wege kamen wir am Inverrary Castle vorbei und haben uns für die Rückfahrt von der Landzunge vorgenommen dort anzuhalten. Irgendwie war das Wetter nicht auf unserer Seite heute und es regnete immer stärker. Angekommen am Fährterminal musste erstmal geklärt werden wie das jetzt wirklich aussieht. Und siehe da … das Internet hatte leider Recht. Abgesehen von dem sehr happigen Preis von 139 Pfund für die Hin- und Rückfahrt. Das war uns zuviel. Da wir aber ja noch Zeit hatten, haben wir uns kurzerhand entschlossen bis ganz unten zu fahren. Zum Southend (Warum das so heisst weiß ich nicht, denn es ist nicht der südlichste Punkt von Schottland. Das ist die Grenze zu England!) was über malerische Landstraßen an der Küste entlang führte. Irgendwo mittendrin haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen. An einem Rastplatz, keine 30m vom Meer weg. Traumhaft und der Regen hatte auch aufgehört. Das war mit Sicherheit der schönste Nachtlagerplatz der ganzen Tour. Bis zum Abend hatten wir auch keine MacMidges gesehen, also konnte es kaum perfekter sein. Wir haben also den Auchentushan aufgemacht und das Glas vom Wallace Monument eingeweiht, dabei die Brandung und einen absolut klaren Blick auf den Sternenhimmel genossen. Endlich mal wieder Milchstraße sehen. Das ist in unseren Breitengraden ja kaum noch möglich dank des Lichtsmogs allerorten.
Einschlafen mit offenem Fenster hatten wir auch schon lange nicht mehr.

Tag 13:

Leider gab es doch ein paar erstreute MacMidges, so das wir am nächsten Morgen doch ein paar Stiche und jede Menge Gefolgsleute von Gregor MacMück an der Decke des WoMo hatten. In einem heroischen Kampf wurden diese aber letztlich besiegt und wir konnten unseren Kaffee mit Blick aufs Meer genießen.
Als Tagesziel stand Southend und die Rückreise in Richtung Glasgow an. Schon in 3 Tagen ging unsere Fähre zurück aufs Europäische Festland und bis dahin standen noch diverse Meilen auf dem Plan. Auf der Fahrt sind wir dann noch an einer alten Brücke vorbei gefahren die noch genauso wie vor hunderten Jahren erbaut, dort steht. Und immer noch stabil. Danach noch dem Inverary Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17042) wie geplant einen Besuch erstattet. Aber auch hier wieder purer Tourismus. Wir haben dann ein paar Bilder von aussen geschossen und sind weiter. Geplant war dann noch eine Burgruine in der Nähe, aber die haben wir nicht direkt gefunden und es fing sehr sehr stark an zu regnen. Ausserdem hatte mein Vater gemailt das er auch genau so ein Whisky Glas haben will. Also haben wir Pläne gemacht wie wir nochmal zu dem Wallace Monument kommen könnten, denn nur dort gab es unserer Informationen nach das Glas. Wir sind also wieder weiter rein in die Highlands um dann wieder Östlich abzubiegen in den Loch Lomond Nationalpark und die uns bekannte Strecke zu fahren. In Callander hat es so stark geregnet das der Fluß teilweise über die Ufer getreten war. Wir hatten kurz überlegt dort die Nacht zu verbringen und uns den Ort anzuschauen, das aber aufgrund des Wetters verworfen. Es ging dann wieder auf den altbekannten Parkplatz in Bridge of Allan wo wir vor einigen Tagen schon eine Nacht verbrachten. Auch diesmal war dort wieder eine ruhige und erholsame Nacht angesagt.

Tag 14:

Am nächsten Morgen war die erste Amtshandlung dann das Glas zu besorgen. Danach stand dann die Fahrt an Glasgow vorbei in Richtung England an. Allerdings wollten wir uns noch Electric Brae (http://s.bjoern-fey.com/scot17043) ansehen. Eine Straße die wirken soll als würde man bergauf rollen. Dem war nicht so, zumindest ist es uns nicht aufgefallen. Ich kenne solche Optischen Täuschungen aus den Alpen, aber hier war es nicht so. Vorher ist mir aber noch in den Sinn gekommen zu schauen ob wir eine Gedenkstätte oder das Anwesen von Colin McRae finden. Einer der berühmtesten Schottischen Rennfahrer und leider 2007 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Wir fanden nach viel Googlen zwar ein Anwesen, aber von McRae war hier nichts zu sehen. Eine Gedenkstätte oder etwas ähnliches haben wir auch nicht gefunden. Von Electric Brae aus sind wir dann weiter mit Ziel Gretna Green. Unterwegs haben wir dann noch die Burgruine von Caeverlock Castle (http://s.bjoern-fey.com/scot17044) besucht und uns, da die Ruine auch schon für Besucher geschlossen war, zumindest aussen ausgiebig umgesehen. Eine Eindrucksvolle Burg wo sich ein Besuch auch allemal lohnt. Von dort aus sind wir dann quer über die Landstraßen weiter in Richtung schottischer Grenze. Gretna Green habe ich mir irgendwie schöner vorgestellt. Unsere Ankunft in Schottland an der Östlichen Grenze war sehr viel ‚magischer‘ als hier der wohl bekanntere Grenzübergang. Aber egal, es gab hier keine Möglichkeit zu nächtigen und so sind wir einfach auf der Autobahn weiter in Richtung London gefahren. Immer mit den Augen auf den Parkplätzen. Es bot sich aber einfach keine Möglichkeit und so haben wir die Autobahn dann irgendwann wieder verlassen um irgendwo an der Landstraße unser Lager für die Nacht aufzuschlagen. Und was fanden wir … eine vielbefahrene Landstraße mit einem fantastischen Blick in Richtung Schottland, einem Wahnsinnssonnenuntergang und ständigem Geschaukel durch den Verkehr der hier lang fuhr. Und es war die erste Nacht seit langem ohne das Gregor MacMück uns gefunden hat. Fenster konnten aufbleiben und wir hatten unsere Ruhe. Wer bis hier gelesen hat, klickt bitte diesen Link an: http://s.bjoern-fey.com/scot17thx
Das ist nur aus Interesse wieviele Menschen den Bericht überhaupt bis hierhin lesen. Es werden keine Daten erhoben oder gespeichert. Danke.

Tag 15:

Autobahn … Autobahn … Autobahn. Nach dem Kaffe sind wir geradewegs zurück auf die Autobahn. Immer weiter nach Süden. Irgendwann am frühen Abend haben wir Dover dann auch erreicht und wollten mal unser Glück probieren ob sie uns wieder auf einer Fähre unterbringen die nicht ganz voll ist. Leider hat das nicht geklappt und man wollte 50 Pfund extra von uns. Das Angebot haben wir ausgeschlagen. Man hat uns also aus der Zollzone wieder rausgeführt und wir haben uns an der Küste entlang bis Folkstone gehangelt. Dort haben wir auch fast direkt am Meer einen kleinen Parkplatz gefunden der für uns ein wunderbarer Nachtplatz sein sollte. Ruhig und fast mitten in der Stadt konnten wir hier unsere letzte Nacht auf der Insel verbringen. Ein Bierchen mit Blick auf die Kreidefelsen der Küste haben wir noch genossen, bevor wir uns Essen gemacht haben und dann letztlich auch hier eine ruhige und entspannte Nacht ohne MacMidges verbracht haben.

 

Tag 16:

Unsere Fähre ging um 12 Uhr und wir wollten rechtzeitig einchecken, denn es war ja das Ende der Ferienzeit und niemand konnte voraussagen was für Staus da so auf uns zukamen. Wir sind also um 10 Uhr von Folkstone aufgebrochen um uns wieder durch den Zoll und die Anmeldung auf der Fähre zu begeben. Diesmal war alles gut und wir haben uns in die Schlange gestellt. Dann lief alles ganz schnell ab und wir haben bei allerbestem Wetter und sommerlichen Temperaturen Großbritannien wieder verlassen. Aber ganz sicher nicht zum letzten Mal!

Tourdaten:

  • 16 Tage Reisedauer
  • 5132 km Gesamtstrecke
  • 549 Liter Diesel
  • 723,13 Euro Kosten für Diesel
  • 10,70 L/100km Verbrauch
  • 14,09 Euro/100km Kosten
  • 2162 Fotos mit der Canon 5Dm3
  • Canon 16-35 4.0 für die meisten Fotos
  • Canon 50 1.8 für ein paar Fotos
  • Canon 70-200 2.8 für noch weniger Fotos
  • Unzählige Fotos und Videos mit dem Handy (Leider weg, da die Speicherkarte gecrasht ist)
  • ca 50min Timelapse Video der gesamten Strecke
  • ca 300L verbrauchtes Frischwasser
  • 5 mal frisches Wasser getankt
  • 6 Rollen Toilettenpapier
  • 31GB Internetvolumen
  • 1 Fl Auchentushan Three Wood
  • 1 Fl Bowmore Black Rock
  • 0,5 Fl Bowmore 15
  • 1 Fl Oak
  • 1 Fl Martini
  • 160 Dosen Bier
  • 10 Fl Schottisches Bier
  • 6 Guiness im Pub
  • 26 Steaks
  • 80 Würstchen
  • 22 Dosen Ravioli u.a.
  • 3 Sixpacks Eistee
  • 2 Sixpacks Mineralwasser
  • 2 Sixpacks Saft
  • 16 Tüten Knabberkram
  • 6 Packungen Schokorollen
  • 5 Gläser mitgebracht
  • 11 DIN A4 Seiten Bericht
  • 150 MacMidges Bisse p.Person
  • 1 komplette Salzmühle geleert
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