In 18 Tagen über Barcelona und Tarragona bis nach Valencia und über Zaragosa durch die Wüste zurück nach Hause. Ein erholsamer Urlaub mit viel Sightseeing.


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Auf meinem Youtube-Kanal B.Reist gibt es jede Menge Reisevideos von den vorherigen Reisen für euch. Auch von dieser Reise wird es in Zukunft eine Video-Reihe geben.


29.05.2021 Samstag

Der Samstag hat gemütlich angefangen mit ausschlafen. Dann habe ich gegen Mittag, Alex muss ja Samstags immer noch bis 14 Uhr arbeiten, angefangen alles ins Womo zu räumen was noch nicht drin war, bzw. was Alex mir bereitgestellt hatte. Ihre Klamotten zum Beispiel.

Irgendwann waren auch die Bikes dran. Ich hatte kurz vorher noch den umgebauten Träger auf das neue Bike angepasst, da dies einen längeren Radstand hat als das alte KTM. Dann noch die Motorradhülle drüber und nen Spanngurt drum. Motorradhülle deswegen weil die gängigen Fahrradgaragen für die Heckträger, selbst wenn sie für 3 Fahrräder gemacht sind, für meinen Lenker zu schmal sind. Und es müssen ja sogar zwei breite Bikes drunter. Motorradhüllen sind da wesentlich größer gebaut. 

Los gings ziemlich pünktlich gegen 15:50 Uhr. Noch schnell zur Tankstelle, denn wir hatten das Womo nicht vollbetankt abgestellt nach dem letzten Kurztrip ins Münsterland. Ausserdem musste der Reservekanister, den ich auf so langen Trips immer dabei habe, auch noch gefüllt werden. 

Dannach gings direkt auf die Autobahn auf die 530km lange Reise zum ersten Tagesziel. Es sollte an Freiburg im Breisgau noch ein Stück vorbei gehen, so das wir Sonntag früh direkt über die Grenze aufbrechen können um Frankreich zügig an einem Tag zu durchqueren. 

Der dafür ausgesuchte Transit-Übernachtungsplatz erwies sich aber leider als ungeeignet und so stehen wir jetzt in einem nahen Industriegebiet. Hier stehen viele LKW und Trailer, hier ist es ruhig und wir brauchen keinen großen Komfort für diese Transitnacht. Schon die nächste Nacht dürfte, wenn alles klappt, in Spanien an der Küste sein. Sicherlich viel schöner als alle Transitplätze zusammen.

Bevor wir den Platz bezogen haben, haben wir noch schnell getankt. 1,31 Euro sind sicherlich ein guter Preis denn ich erwarte in Frankreich und Spanien höhere Preise. Ausserdem müssen wir uns dann morgen früh nicht noch ums tanken kümmern.

Ein kleines Abendessen, Würstchen und ein Mozarella-Tomaten Teller sind sättigend gewesen. Jetzt lassen wir den Abend noch ruhig ausklingen und morgen früh geht es recht früh direkt weiter über die Grenze.

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30.05.2021 Sonntag

Heute war als Fahrtag geplant und es sollten bis kurz vor 21 Uhr auch mehr als 900km werden. Wir haben die Spanische Grenze leider nicht erreicht da wir einfach keine Lust mehr hatten und in Frankreich zu diesem Zeitpunkt immer noch eine Ausgangssperre ab 21 Uhr galt. Wir durften also nicht weiterfahren nach diesem Zeitpunkt.

Unser Womo fällt in Frankreich bei den Mautgebühren leider in Klasse 3 weil es über 3m hoch ist. Das macht die ganze Mautgeschichte sehr teuer. Wie teuer, das konnten wir noch nicht ahnen, sonst wären wir direkt die komplette Strecke über Land gefahren. Wir haben für die ersten 400km knapp 80 Euro Mautgebühren bezahlt. Ein PKW hätte nur gut 30 Euro gezahlt. Dann lag noch zufällig die Brücke von Millau auf dem Weg, völlig ungeplant, aber wenn wir schon einmal hier sind, dann fahren wir auch drüber über die höchste Schrägseilbrücke Europas und eine der höchsten der Welt. Für unser Klasse 3 Wohnmobil kostet das satte 30,50 Euro. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir nicht drüber gefahren. Der Ausblick ist gut, aber das ist es nicht wert. Absolut nicht. Und 15 Minuten hätte die Fahrt durchs Tal länger gedauert lt. Navi. Aber gut, eine Erfahrung reicher und 30 Euro ärmer. Letztlich habe ich dann einen erreichbaren Platz am Meer, genauer an einer Meeresbucht, rausgesucht wo wir die Nacht verbingen werden. Bis zur Spanischen Grenze sind es zwar immer noch 1,5std Fahrt, aber das ist verkraftbar. Und der Platz hier ist schön. Mit einem größeren Wohnmobil stelle ich es mir allerdings sehr abenteuerlich vor nach hier zu fahren, aber ich weiß aus guter Quelle das es auch schon 12to LKW Womos gelungen ist. 

Ich freue mich jetzt darauf morgen früh vor dem Kaffee schwimmen zu gehen und dann geht es weiter nach Spanien. Wo wir dann entgültig abchillen werden.

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31.05.21 Montag

Genial, genau so sollte der Sommerurlaub beginnen! Ein toller Sonnenaufgang, eine warme Brise und direkt am Womo ein Strand. Also, aufstehen, Badehose an und ab ins Wasser. Noch vor dem Kaffee einmal in die Fluten.

Wir haben beide wirklich gut geschlafen und sind sehr ausgeruht. Dazu ein stressfreier Morgen der mit einem Sprung ins (kalte) Wasser beginnt. Wirklich Endstufe!

Das Tagesziel ist, Spanien zu erreichen. Mehr nicht. In Spanien habe ich mehrere Spots rausgesucht wo wir hinfahren können. Wir sind also komplett entspannt irgendwann aufgebrochen nachdem wir noch die Einreiseselbstauskunft von Gestern 7:48 auf gestern 17:48 vordatiert hatten damit wir, für den sehr sehr unwahrscheinlichen Fall einer Kontrolle durch die französische Polizei, die 24h Aufenthalt ohne Online Einreiseerklärung nicht überschritten. So ging es dann auf dem Weg zur Grenze noch zu einem Lidl. Wir hatten irgendwie ziemlich wenig Mineralwasser mitgenommen. Davon braucht man bei dem warmen Wetter aber was mehr. Also noch schnell 2 Sixpacks gekauft und weiter gings. Die Entscheidung die letzten Kilometer doch über die Autobahn zu fahren war richtig. Google zeigte auf allen Landrouten Stau an. Die Autobahn war aber frei. Und so war es auch. Wir haben nicht nur keine Kontrolle gehabt, es war auch absolut niemand da.

Die 2 Euro Maut haben sich also gelohnt. Dazu dann noch 2,45 Euro auf Spanischer Seite und schon waren wir kurz vor dem Ziel. Kurz vor dem Ziel war aber optimistisch. Denn die letzten 11km sollte es eine schmale Küsten-Berg-Serpentinen-Straße entlanggehen. Die irgendwann in einen Feldweg überging. Es war steinig, abenteuerlich und spassig. Und der anvisierte Platz war schlecht!

Also weiter, es standen noch mehr Plätze auf der Liste … die Piste führte wieder weiter ins Tal.

Irgendwann zweigte von dem Feldweg rechts eine sehr (!) steile Abfahrt ab die zu einem Parkplatz direkt am Meer führen sollte. Kurz nachgedacht ob das Womo da wieder hochkommt … Ja war die innerliche Antwort … also runter da. Und das war genau richtig. Da standen zwar schon ein paar Autos und auch ein Kastenwagen, aber die super Lage lies mich darüber hinwegsehen. Zumal im Nachhinein alle gefahren sind bis auf ein älteres Päärchen in einem VW T6 und zwei jungen Frauen in einem Mini Transporter. Nicht schön, aber verkraftbar, zumal die alle gut drauf sind.

Als wir ankamen waren noch sehr viel mehr Menschen vor Ort, aber der tolle Strand der reichlich Platz bot und das glasklare Meer wogen stärker. Also haben wir uns eingerichtet und sind direkt in die Badeklamotten, die noch immer feucht waren von heute morgen, gehüpft und dann direkt in die seichten Wellen. Das Wasser ist noch ziemlich kalt, aber bei den warmen Temperaturen die wir heute schon hatten, doch sehr erfrischend. Und so haben wir dann am Strand in der Sonne gebrutzelt wenn wir nicht im Meer waren. Sicherlich zwei bis 3 Std. gingen so ins Land. Der Hunger nahte und es war Grillzeit!

Unseren Grill haben wir zwar zwischendurch mal wieder benutzt, unseren Tisch aber seit Italien 2018 nicht mehr. Um so schöner ist es neben dem Womo zu sitzen, mit einem Kaltgetränk, frisches Fleisch auf dem Grill und den Blick aufs Meer. 

Der perfekte Tag klang jetzt aus und wir haben beschlossen uns mit den Stühlen auf einen kleinen Bootsanleger zu setzen der so gute 8 m ins Wasser ragte und in den Wellen auf und ab ging. Wir haben viel gelacht, getrunken und den Sonnenuntergang genossen. 

Als die Sonne weit unten war wurde es doch sehr frisch und wir sind reingegangen ins Womo und haben noch zwei Runden Istanbul (Gesellschaftsspiel) gespielt. Jeder hat eine Runde gewonnen. Es war ein toller Tag, ein toller Abend. Ich genieße den Abend jetzt noch bei ein paar Crackern und während ich diese Zeilen schreibe, ist Alex schon ins Bett gehüpft.

Morgen erwartet uns zum Frühstück wieder ein Sprung ins Meer und danach wollen wir uns eine kleine Stadt in der Nähe ansehen. Mit den Fahrrädern damit wir die nicht umsonst mitgeschleppt haben.

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01.06.21 Dienstag

Ganz gemütlich haben wir den Tag begonnen. Kaffee und chillen. Da es stark bewölkt und ‘nur’ um die 21°C warm war, habe ich darauf verzichtet ins Meer zu springen vor dem Frühstück. Stattdessen haben wir am Strand Kaffee getrunken und uns einfach gut unterhalten. 

Wir hatten beschlossen nach Giruna zu fahren und uns die Stadt dann mit den Fahrrädern anzusehen. Ich hatte dafür auch schon schöne Plätze rausgesucht. Wir haben dann gemütlich alles eingepackt und das Womo abreisefertig gemacht. Kurz vor Fahrtbeginn haben uns dann noch andere Deutsche die den Strand besuchten, gefragt wo es denn hingehen solle. Sie hätten seit 20 Jahren ein Ferienhaus in der Nähe und kennen sich hier gut aus. Auf unsere Antwort das wir nach Giruna fahren wollen, kam nur der tolle Hinweis das wir uns unbedingt Cadaques ansehen müssten. Die Stadt in der Salvador Dali gelebt hat und die nach wie vor eher einem kleinen Dorf denn einer Stadt gleicht. Nach kurzen Erzählungen über die Stadt von den beiden haben wir unseren Entschluß nach Giruna zu fahren zugunsten von Cadaques ad acta gelegt. 

Die Einfahrt zu dem Platz wo wir hier waren ging sehr steil runter und ich hatte etwas Respekt davor ob wir problemlos hochkommen würden. Die Gedanken erwiesen sich aber als völlig unbegründet. Oben haben wir noch kurz halt gemacht und den Müll in die Container entsorgt und die Drohne vorbereitet. Die tolle Küstenstraße wollte ich unbedingt aus der Luft filmen wenn ich sie mit dem Womo entlangfahre.

Wir sind dann sehr lange 64km nach Cadaques gefahren. Sehr lang deswegen weil 60km davon Serpentinen in den Bergen waren. Tolle Aussicht garantiert, aber man kommt eben auch langsam voran. In Cadaques angekommen merkte man direkt, da der Ort voll auf Tourismus ausgelegt ist. Es gibt eine Menge ausgeschilderter Parkplätze, auch für Wohnmobile inkl. der Möglichkeit dort direkt zu übernachten. Der Parkplatz den ich ausgesucht hatte war kein offizieller und wie sich später rausstellen sollte, auch gesperrt für Fahrzeuge über 2m. Auf dem Weg dahin sind wir an einer Polizeistation vorbei gefahren. Direkt wurden wir vor der Station angehalten und freundlich gefragt wo wir hin wollen. Der Polizist hat sich sicher gedacht das wir in eine Sackgasse für Wohnmobile fahren, wir wussten das zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Er hat uns sehr freundlich mit Hilfe des Google Übersetzers erklärt wo wir hinkönnen, auch für die Nacht wenn wir bleiben wollen. Kostenlos. Eine tolle Begegnung mit der örtlichen Polizei.

Wir haben den Stellplatz den er uns empfohlen hatte auch easy gefunden und uns dort erstmal eingerichtet. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch nicht sicher ob wir weiterfahren oder die Nacht hier bleiben. Wir wollten erstmal die Räder abladen und uns gemütlich den Cadaques ansehen. Gegebenenfalls wollten wir auch im Ort ein Restaurant besuchen. 

Wir sind dann gemütlich mit den Rädern losgefahren und haben die tollen Eindrücke des Ortes auf uns wirken lassen. Und ich kann jedem nur empfehlen, nehmt Fahrräder mit. Nicht macht flexibler und lässt einen neue Orte leichter erkunden als mit dem Roller. Ein Roller ist toll, ich hatte viele Jahre immer einen dabei, aber Fahrräder machen erst so richtig flexibel.

Wir haben dann doch kein Restaurant besucht, aber den wirklich tollen Ort sehr genossen. Zurück am Womo haben wir die Optionen abgewogen und uns dann doch für das bleiben auf dem Stellplatz entschieden. Entgegen unseren normalen Gewohnheiten alleine uns möglichst einsam zu stehen.

Wir haben den Abend wie immer gemütlich ausklingen lassen. Gutes Essen genossen und dann läuft auf einmal ein Wildschwein über den Platz. Ich war nicht schnell genug mit der Kamera und dem langen Objektiv aber es sollte noch mehr Chancen geben. Denn es tauchte nach einigen Minuten wieder auf. Nach ein paar Minuten war der Spuk aber auch wieder vorbei. In der Dämmerung sollte es aber erneut auftauchen. Diesmal direkt bei unserem Womo. Es ging schnüffelnd um die Wohnmobile herum und verschwand abermals im Busch. Keine Stunde später kam wieder ein Wildschwein … es war offensichtlich dunkler. Und es war nicht alleine. Auf einmal waren da drei Wildschweine die über den Platz liefen und nach essbarem suchten. Mutmaßlich waren das fast ausgewachsene Junge und ihre Mutter. Aber auch die drei verschwanden relativ schnell wieder. Ein faszinierendes Erlebnis das zeigt das die Tiere sich nicht verdrängen lassen. Die Nacht sollte regnerisch werden und so haben wir uns nicht weiter um das was draussen vor sich geht, gekümmert.

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02.06.21 Mittwoch

Für mich stand fest das ich möglichst zeitig weg will von dem Stellplatz. Ich will wieder ans Meer und in die Wellen springen. Bestes Wetter und die Plätze die ich am Abend rausgesucht hatte, ließen viel Vorfreude aufkommen.

Gedacht, getan, ging es zeitig los. Wieder 40km Serpentinen zurück nach Roses und dann weiter in Richtung Barcelona. Denn Barcelona stand für die nächsten Tage auf der Wish-List. Was soll ich sagen, wir haben getankt für 1,16 Euro und sind einkaufen gewesen. Dann nach 120km Ankunft an dem anvisierten Platz. Alles gesperrt. Renaturierung. Finde ich zwar toll, aber in diesem Falle auch doof weil ich ja jetzt weiter gucken musste. Aber es gab noch einen anderen Weg zu dem angedachten Parkplatz und super … der Parkplatz existiert nicht mehr, dort wird auch renaturiert. Dafür ein Stückchen davor ein neuer. Und der war toll, wenn auch nicht total einsam. Es sollte zwar eine einsame Nacht werden, aber noch bis kurz vor 2 haben sich dort junge Leute getroffen. Laut waren die aber nicht und es war ok. 150m bis zum Strand und dort hatten wir dann 5km Strand den wir uns mit 5 Leuten teilen mussten. Wahnsinn. Wir haben das so richtig genossen.

Nach ein paar Stunden schwimmen und Sonnen haben wir uns überlegt die Räder abzuladen und in den nächsten Ort zu radeln. Erstens um den Ort zu sehen und weil wir Lust hatten endlich mal wieder ein Restaurant zu besuchen. Pustekuchen, alle Restaurants hatten zu. Ok, bis auf zwei. Wir haben uns also in das erste hingesetzt, da erklärt der Kellner uns das es erst ab 19 Uhr essen gibt (wir hatten 18 Uhr) und wir jetzt nur Getränke bekommen würden. Dankend haben wir uns wieder verabschiedet. Das zweite Restaurant sah nicht sehr einladend aus, also war wieder selber kochen angesagt. Zurück am Womo habe ich die Räder verladen und bin dann nochmal ins Meer gesprungen. Alex hat in der Zeit das Essen vorbereitet und wir haben einen weiteren gemütlichen Abend verbracht.

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03.06.21 Donnerstag

Da es hier so toll ist, wollten wir nicht überstürzt weg. Also erstmal chillig lange schlafen und dann nochmal ins Meer. Danach frühstücken. Kaffee und Spiegelei. 

Wir wollen uns Barcelona ansehen, aber dafür brauchen wir natürlich einen ganzen Tag. Mindestens! Also war der Plan möglichst nahe an Barcelona heran zu fahren und dann auf einen Campingplatz zu fahren. Von dort aus mit den Rädern nach Barcelona und die Stadt erfahren. Campingplatz … Würg … aber ok. Was sein muss muss sein denn Barcelona hat den Ruf das man sein Fahrzeug nicht sicher abstellen kann ohne das es aufgebrochen wird. Ok, jetzt ist Corona und die Infos sind eher aus Tourihochzeiten, aber trotzdem. Glücklicherweise gibt es im Umkreis aber nur drei Campingplätze, alle drei kriegen schlechte Kritiken und sind soweit weg das alleine die Fahrt nach Barcelona und zurück eine 50km Radtour gewesen wäre. Und zack … damit waren die raus. Ich musste eine andere Lösung finden. Meine Lösung, irgendwo in den Bergen pennen und morgens nach Barca reinfahren in eine Tiefgarage für Busse und Wohnmobile. Die sollte zwar 20 Euro pro Kalendertag (nicht 24h) kosten, aber eben safe sein und mitten in der Stadt dazu. Der Plan war gut und weil wir jetzt einen Tag Zeit hatten zu dem Nachplatz zu kommen, hab ich noch einen Versorgungsplatz auf dem Weg angesteuert. Wir brauchten noch nicht zwingend frisches Wasser, aber wenn sich die Gelegenheit bietet dann haben wir direkt beide nochmal geduscht, Wasser aufgefüllt und die WC-Kassette geleert und so richtig durchgespült. Die Gelegenheit hat man ja als Feisteher auch nicht ständig.

Von dort aus sind wir weiter zum Kloster Montserrat. In vielen Blogs eine totale Empfehlung, allerdings eher wegen der Aussicht vom Berg als wegen des Klosters selber. Das können wir bestätigen. Die Anlage ist toll und das innere der Basilika ist beeindruckend. Aber nichts was man nicht schonmal in irgendeiner Form gesehen hätte wenn man sich regelmässig in aller Herren Länder mal Kirchen ansieht. 

Die Anfahrt über eine lange, teilweise sehr steile, Serpentinenstraße, ist allerdings die Reise wert. Die Aussicht von dort oben ist grandios und wer will und viel Zeit hat, kann von dort auch noch Wanderungen zu verschiedenen Statuen und Kapellen die irgendwo im Berg aufgestellt wurden, machen. Wir haben das gelassen. Bevor man auf die offiziellen Parkplätze fährt steht eine Preistafel angeschlagen. Wohnmobile stehen da explizit nicht drin, aber Vans als zweit höchste Kategorie mit 15 Euro Tagessatz. Dann gab es noch Reisebusse die 65 Euro zahlen müssen für 24h. Jetzt ratet mal was der Automat am Ende von uns haben wollte? Richtig, die 65 Euro. Das hab ich aber nicht eingesehen. Bin erstmal wieder hoch zum Kloster gelaufen, hab dort mit einer Security Mitarbeiterin geredet. Diese hat mich auf das Kassenhäuschen am Eingang verwiesen. Wir sind also runter gefahren ohne vorher zu zahlen. Am Kassenhäuschen wollte man dann nur noch 15 Euro von uns. Was für eine Abzocke für alle die nicht nachfragen sondern zähneknirschend zahlen. Vorsicht also wenn Ihr mit einem Wohnmobil da reinfahrt!

OK, ab nach Barcelona. Die 50km von Montserrrat nach Barcelona vergingen wie im Flug. Der Feierabendverkehr auf den 5 Spurigen Autobahnen  Barcelonas allerdings ist sehr heftig und braucht auch bei einem besonnenen Routinier wie mir 100% Konzentration wenn man da unbeschadet mit dem Womo durch will. Unterhaltung ist dann nicht mehr möglich. Es hat aber alles geklappt, abgesehen davon das die Zufahrt zu dem von mir angedachten Platz, gesperrt war. Auch hier wird wohl renaturiert. Wieder mal gut für die Natur und nicht so gut für uns. Dafür sind wir genau in einer Sackgasse gelandet die ein Parkplatz war. Hoch oben über Barcelona. Wir haben uns an den Rand gestellt und das war dann eben unser Nachtplatz. Da wir eh früh raus wollten war es egal das der Platz Mist war und rundrum Müll lag.

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04.06.21 Freitag

Der frühe Vogel und so … naja, wir sind im Urlaub und so ist 8 Uhr aufstehen früh genug. Wir sind um kurz nach 9 aufgebrochen in Richtung Parkhaus. Die Fahrt war problemlos und das Parkhaus leicht zu finden. 

Alex hatte eine lange Liste mit Sehenswürdigkeiten gemacht die wir nach Möglichkeit, Lust und Laune abarbeiten wollten. Ein paar Sachen mussten wir unbedingt sehen, der Rest war On-Top. Das Parkhaus kostet allerdings nicht nur 20 Euro für den Kalendertag, sondern 35. Das ist für eine sichere Parklokation in der Innenstadt von Barcelona aber immer noch in Ordnung.

Ich habe also die Räder klar gemacht, Alex hat die Satteltaschen gepackt und schon ging es los.

Wahnsinn, ich bin noch nie mit dem Fahrrad am Strand langgefahren. Strandpromenaden wie diese hier kenne ich tatsächlich nur aus Filmen. Breite Promenaden, kilometerlange Strände, überall Jogger und Freiluftfitnessstudios. Dazu Sportplätze und Bars. Eine tolle Atmosphäre. Dann kommen wir an den Hafen von Barcelona. Ok, da liegen im Moment keine Kreuzfahrtschiffe weil Spanien diese generell nicht anlegen lässt. Aber es liegen Yachten dort die nicht viel kleiner sind als Kreuzfahrtschiffe. Nichtmal in Cannes 2017 habe ich solche Yachten gesehen. Wow. 

Weiter gings zum Kolumbus Denkmal. Unscheinbar auf einer Säule inmitten eines Kreisverkehrs gelegen. Egal. Wir wollten in die Rambla und uns die Gaudi Häuser ansehen. Nennenswert sind hier vor allem Casa Mila, Casa Batllo und das Musikhaus. Die anderen Häuser sind sicherlich auch aussergewöhnlich, aber nicht annähernd so sehenswert. Die drei Gebäude stechen auf jeden Fall sofort ins Auge, auch wenn man nicht danach gesucht hat. Beeindruckende Architektur die man gesehen haben sollte. Weiter ging es zu einer überdimensionalen Katzenstatue die man nicht gesehen haben muss. Wir kämpften mit den Rädern gegen das Einbahnstraßensystem und als deutsche sind wir auch noch nicht abgezockt genug einfach so zu fahren wie wir wollen auch wenn da Verbotsschilder sind. Aber das sollte sich im Laufe des Tages noch legen, denn wir sind ja lernfähig.

Von dort aus ging es zur Kathedrale von Barcelona. Auch beeindruckend, aber ihr Schein geht unter im Lichte der Sagrada Familia. Dann gab es da noch die Bischofs Brücke, ein Instagram Hit … nicht sehenswert. Und den Place Nonell. Hier gibt es ein großes Mosaik welches aus vielen kleinen Fotos zusammengesetzt wurde und damit eine Wand gestaltet wurde. Auch einen Besuch wert.

Als nächstes stand die Sagrada Familia auf dem Programm. Jenes Bauwerk das seit mehr als einhundert Jahren unvollendet ist und an dem nach wie vor gebaut wird. Sicherlich die beeindruckendste Kirche die ich je gesehen habe und auch eines der beeindruckendsten Bauwerke die ich je gesehen habe. Die Architektur unterscheidet sich je nachdem von welcher Seite man das Gebäude betrachtet. Von der einen Seite ist es der modernistische Stil, auf der anderen sieht es aus wie aus einem Horrorfilm. 

Wir haben hier viel Zeit verbracht. Eine Besichtigung innen war nicht möglich da es im Moment für Besucher gesperrt ist.

Von der Sagrada Familia aus sind wir weiter gefahren zum Hospital Santa Creu. Ein ehem. Krankenhaus welches ebenfalls im Modernistischen Stil gebaut wurde. Es wurde bis vor ein paar Jahren auch noch genutzt. Heute ist es nur noch Museum. Auch hier beeindruckt alleine schon das Gebäude. 

Wir erreichen das Hinterland von Barcelona. Ab hier geht es teilweise steil bergauf. Es gibt einen verlassenen Bunker der sehenswert sein soll. Dank E-Bikes macht es uns nichts aus den Berg hoch zu radeln. Den Bunker haben wir letztlich nicht angesehen sondern sind nur vorbei gefahren, aber der Ausblick aus dem Park der den Bunker umgibt auf die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Von dort aus sollte es in den Park Güell gehen. Zwar einer der Sachen die ich unbedingt gesehen haben wollte, aber wir waren an einem Ausgang angekommen. Der Eingang nur über eine sehr lange Treppe nach unten oder eine umständliche Fahrt mit dem Fahrrad zu erreichen. Ein tolles Restaurant auf dem Weg war leider voll besetzt, sonst hätten wir wohl hier endlich mal wieder in einem Restaurant gegessen. Am Haupteingang des Park Güell angekommen war nichts los. Tickets hätte man schön online buchen können aber Fahrräder im Park nur schieben. Darauf hatten wir keine Lust. Die 10 Euro Eintritt pro Person wäre der Park sicherlich wert gewesen, aber die Ebikes im Park rum zu schieben … nein danke. Zumal der Park in den Berg gebaut wurde.

Das haben wir uns also gekniffen. Zurück ging es zum Triumpfbogen der dem in Paris nachempfunden worden sein soll. Auf dem Weg dahin haben wir eine kleine Tapas Bar gefunden. Zweimal Paella bitte und dazu zwei Kaltgetränke. Das Essen war lecker, die Preise absolut in Ordnung, nur die Kellnerin war arg unmotiviert und hätte sicherlich mehr Geld verdienen können wenn sie sich nicht nur alle 15 Minuten mal kurz hätte blicken lassen.

Der ‚Arc de Triomf‘ (Ja, der wird wirklich so geschrieben!) ist toll und nicht viel kleiner als das Original in Paris. Die Prachtallee dahinter war aber nicht minder beeindruckend und der Park der sich anschließt hat uns dann noch einige Zeit gefesselt. Hier steht ein verfallenes, riesiges Gewächshaus. Es wirkt wie aus einem Endzeitfilm. Eine tolle Kulisse die ich gerne fotografiert hätte, leider wird sie von Obdachlosen als Unterkunft genutzt. Das ist nicht nur nicht schön fürs Foto, ich bin sicher das die Menschen auch nicht aufs Foto wollen.

Die andere Seite des Parks erinnert ein bisschen an Indien finde ich. Aber vielleicht auch nur in meiner Vorstellung, denn ich war ja noch nie in Indien. Ein schöner Teich, eine Mammutstatue und ein Tempelähnliches Gebilde waren schön anzusehen. Der Park soll jedem der Barcelona besucht nur wärmstens ans Herz gelegt werden. 

Wir sind von dort wieder zurück am Strand entlanggeradelt. Räder verladen und dann ab in Richtung Tarragona. Hier hatte ich bereits am Vorabend einen schönen Platz am Meer rausgesucht. 2 Std Fahrt und viel Stau später … zeigte sich der Platz als gesperrt.

Egal, ich hatte noch einen weiteren, einige km weiter. Und da stehen wir jetzt und der ist super. Zwar gucken wir auf einen Industriesteeg wo irgendwelche Boote irgendwas verladen, aber es ist ruhig und wir sind direkt am Meer. Mit schönem Sandstrand. Wir könnten hier mit einem geeigneten Fahrzeug auch auf dem Strand stehen, aber wir haben eben kein geeignetes Fahrzeug für weichen Sand. Die Nacht wird wohl ruhig, obwohl ich, während ich diese Zeilen schreibe, mit einer hartnäckigen Mücke kämpfe die sich einfach nicht töten lassen will.

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05.06.21 Samstag

Eine ruhige erholsame Nacht und der Morgen hat noch vor dem Kaffee mit einem Bad im Meer angefangen. Wir wollten den Tag hier verbringen und chillen. Alex wollte stricken und lesen und ich wollte Fahrrad fahren. Glücklicherweise konnte ich sie überreden mit mir nach Tarragona rein zu fahren. 

Wir haben uns also am sehr frühen Nachmittag auf die Räder gesetzt und sind los. Zwischen uns und Tarragona lag allerdings noch ein Industriegebiet und ein Verladehafen. Gute 7km waren also über die Landstraße, die bei uns auch als Autobahn durchgegangen wäre, nötig. Ein komisches Erlebnis mit dem Fahrrad auf die Autobahn zu fahren, aber das ist normal in Spanien das die gut ausgebauten Landstraßen Autobahnähnlich angelegt sind. Die Fahrt nach Tarragona führte uns durch ein sehr verwahrlostes Industriegebiet was den Flair der Stadt für mich direkt mal auf das Minimallevel gesenkt hat. Auch die Ankunft in Tarragona, obwohl direkt vom Archäologischen Museum begrüßt, war nicht so positiv. Es sah eher nach Ghetto aus als nach schöner, sehenswerter Stadt. Das Bild änderte sich allerdings schnell. Wir sind die Promenade lang, wurden auf den hohen Balkon geführt, eine Aussichtspromenade mit Blick auf die Strandpromenade, allerdings von hoch oben, um dann weiter direkt zum alten Römischen Amphitheater zu kommen. Die Stadt wurde aufgebaut und geprägt von den Römern und das trägt sie heute auch stolz zur Schau. Alles ist toll restauriert und der Stadtkern lädt absolut zum flanieren ein. Wir haben nach den anfänglichen Schwierigkeiten, unsere Zeit gerne hier verbracht. Und man kann problemlos noch mehr Zeit dort verbringen.

Nach einem kleinen Einkauf beim Obsthändler sind wir aber wieder über die Autobahn … äh … Landstraße zurück geradelt. Naja, nicht ganz, denn auf einer Autobahn kann man ja auch nicht einfach auf der gegenüberliegenden Seite abbiegen. Wir mussten also bis zur nächsten Ausfahrt fahren und dann den Weg nehmen den wir auch bei der Anfahrt mit dem Womo genommen hatten.

Den Tag haben wir ganz ruhig ausklingen lassen und lediglich Pläne für morgen gemacht. Lange schlafen war ein Teil des Plans.

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06.06.21 Sonntag

Aufstehen und ins Meer springen … naja, dafür war es zu kühl und zu stark bewölkt. Und die Hafenpolizei hat hier irgendwas kontrolliert. Also nur chillig frühstücken und dann den Plan umsetzen in Richtung Valencia zu fahren. 250km Strecke lagen vor uns und dank mautfreier Fahrt sind das mal gute 3 std. Fahrzeit, wenn nicht mehr, mit dem Womo.

Der anvisierte Platz sollte an einem Strand liegen und nach dem Satellitenbild recht einsam zwischen zwei Orten liegen. Ok, einsam war anders, zwischen zwei Orten stimmte aber. Trotzdem war da nix überfüllt und wir konnten uns schön, auch wieder nur gut 50m vom Meer entfernt, hinstellen. Diesmal war es aber ein Steinstrand. Vor-, und Nachteil zugleich. Vorteil weil man nicht überall Sand hat wenn man sich hinlegt. Nachteil … es ist sehr unangenehm darüber zu laufen oder darauf zu liegen. Laufen war dank der Schwimmschuhe kein Problem, mit dem liegen haben wir uns arrangiert. 

Wir haben den Tag am Strand genossen und abends gut gekocht und gegessen. Alles in allem ein erholsamer, wenig Ereignissreicher Tag. Allerdings sind unsere Vorräte komplett aufgebraucht und wir müssen morgen dringend einkaufen. Großeinkauf!

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07.06.21 Montag

Valencia ist nur 15km entfernt. Aufstehen, ins Meer springen, Kaffee trinken und aufraffen sich in den Verkehr einer spanischen Großstadt zu begeben. Gesagt, getan: Die Autobahn führt direkt in einen 9 spurigen Kreisverkehr. Nicht alle Kreisverkehre in Valencia sind so groß, aber es gibt quasi keine kleinen. 5 Spuren hat jeder davon. Und alle sind recht chaotisch wenn man nicht durchblickt. Wenn wohl, dann gehts. Ich hab einige gebraucht bis es einigermassen flüssig abging durch die Kreisverkehre zu kommen. Planmässig habe ich einen parkplatz hinter einer Polizeistation angesteuert. Dort wurden wir von irgendwem empfangen der uns einen Parkplatz zuwies und einen Obulus haben wollte um aufs Womo aufzupassen. Hab ihm nen fünfer gegeben, man sollte sich immer mit allen gut stellen finde ich.

Bikes abladen, mittlerweile Routine für mich, und dann los in die Stadt die als super fahrradfreundlich bekannt ist. Und das können wir nur bestätigen. Hier ist wirklich alles perfekt aufs biken ausgelegt. Überall gibt es getrennte Fahrradspuren so das man problemlos und schnell überall in der Stadt hinfahren kann. Eigene Ampeln tun ihr übrigens dafür, auch wenn sich in Spanien nur an Ampeln gehalten wird wenn sie Sinn ergeben. Eine Einstellung die ich zutiefst gut finde.

Wir sind also  erstmal die Strandpromenade entlang, welche auch schon wirklich sehenswert war. Das Ziel war das Ozeanografische Museum, bzw. die futuristischen und Kunstvollen Gebäude drumherum. Ausserdem liegt das Areal in einem alten Flussbett was ausgetrocknet wurde und mittlerweile, dem Central Park New Yorks ähnlich, als riesengroßes, in diesem Falle aber eher langes, Freizeitareal für die Bürger zur Verfügung steht. Hier gibt es alles was man zur Erholung braucht.

Die Gebäude des ‚Palau de Art‘, des 3D Kinos, des, derzeit als Impfzentrum genutzen, Mehrzweckbaus, und des Ozeanografischen Museum haben uns schon sehr gebannt. Superschön ist es das alles anzusehen und es ist wirklich liebevoll angelegt. Man soll Corona nicht loben, aber ich bin sehr dankbar das wir die Stadt und insbesondere solche Stätten wie diese, so Menschenleer sehen dürfen.

Ein kurzer Stop noch an einer Halle die komplett mit Palmen und Blumen bepflanzt ist und unzähligen Vögeln ein Zu Hause gibt. Beeindruckend!

Weiter gehts durch den Park, das ehem. Flussbett. Die toll angelegten Fahrradwege führen einen perfekt an allem vorbei so das man sich nie, wenn man nicht zu irgendwelchen Aktivitäten oder Sehenswürdigkeiten abbiegt, mit Fußgängern in die Quere kommt. Level 1+!

Irgendwann kam ein Park der an diesen Park anschloss, Ostseitig. Ich hatte mir davon nicht viel versprochen, aber auch dieser Park war groß und vielfältig und schön. Vor allem bot er Blumenfans viel und es gab ein sehr großes Gelände wo Kinder lernen können mit dem Straßenverkehr umzugehen. Mit Ampeln und allem was dazugehört. Eine große Voliere voller teilweise exotischer Vögel ist frei zugänglich und die Anlagen sind alle sehr detailversessen gestaltet.

Wir sind von dort aus zurück in den großen Park der im Flussbett war. Es ging immer weiter Nordwärts bis wir das Areal verließen um uns das Viertel ‘El Charme’ anzusehen. Eines der ältesten viertel der Stadt, quasi als Altstadt Valencias zu bezeichnen hat uns wirklich weggehauen. Alles sind kleine verwinkelte Gässchen, aber alles hat Flair, es ist größtenteils gut gepflegt und versprüht wirklich altes Flair. Leider hat auch hier viel geschlossen, aber Besichtigungen waren ja eh nicht unser Ziel. Wir sind durch die Gässchen gefahren, haben uns diverse Plätze und Basilikas angesehen und die große Markthalle besucht. Hier haben allerdings die meisten schon wieder geschlossen und so sind wir weiter. Beeindruckende Plätze wie der ‘Placa de la Mare de Deu’ sind absolute Highlights und sollten in jeder Stadtbesichtigung nicht fehlen. Wir sind dann weiter zum Hauptbahnhof und zur Stierkampfarena, die uns aber beide nicht so beeindruckten. Auf dem Weg dahin sind wir an der ‘Great Hall’ vorbei gekommen und dem großen Platz davor. Das ist auch ein absolut sehenswerter Teil Valencias. 

Unsere Rundreise war hier zu Ende und wir sind gemütlich, auf bestens angelegten Fahrradstraßen, zurück zum Womo. Bikes aufgeladen und ab zum nächsten Nachtplatz. Der stellte sich leider als unbrauchbar heraus. Der nächste war Naturschutzgebiet mit absolutem Halteverbot ab 22 Uhr für alle Fahrzeuge. Der nächste Platz war dann schon wieder Nördlich von Valencia, womit ich den heftigen Verkehr schon 4 mal durchquert habe weil wir ja zwischendurch auch noch einkaufen waren und die Suche nach einem brauchbaren Supermarkt sich in Valencia auch als gar nicht so einfach herausstellte. Aber auch der dritte Platz war nicht der Hit … auch weil wir auf der Autobahn landeten und nicht auf der Zufahrtsstraße direkt daneben. Da hat Google wohl was falsch verstanden. Egal, ich hatte die Schnauze voll und so sind wir zurück an den Strand vom Vorabend. 

Wieder ein Sprung ins Wasser, ein ruhiger Abend und eine gute Nacht.

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08.06.21 Dienstag

What to do? Wir hatten uns am Abend noch nicht verständigt wie wir weiter fahren wollten, aber Alex hatte einige Vorschläge rausgesucht wo es hingehen könnte. Einen davon habe ich aufgegriffen und wir haben uns aufgemacht zur ‘Ruta de Agua’ nach Chelva. Auf dem Weg haben wir noch eine Versorgungsstation für Wohnmobile aufgesucht und einmal frischen Wasser aufgenommen. Auch unser stinkendes Abwasser haben wir abgelassen und das WC natürlich auch entleert.

Weiter gings .. immer weiter rein in die Berge, vorbei an tollen Landschaften bis ich auf einmal wenden musste. Da war ein Wasserfall und ein völlig überschwemmtes Tal. Das konnte auch noch nicht ewig so sein, denn da standen jede Menge Bäume im Wasser die nur ein Stück unter Wasser waren. Dank Drohnenflug wußte ich kurze Zeit später das der beeindruckende Wasserfall künstlichen Ursprungs war weil er der Überlauf eines Staubeckens oder etwas derartigem war. Aber schön war er allemal anzusehen und auch die Aussicht über das überflutete Tal war grandios. Am Parkplatz angekommen war die Frage, Laufen oder Biken? Wir haben uns für die Fahrräder entschieden, im Nachhinein wäre das aber sowas von nicht nötig gewesen. Egal, wir sind erst in die eine Richtung und sich nach kurzer Zeit in einer Sackgasse gelandet. Ok, das klingt schlimm, war es aber nicht. Der Weg bis dahin war ein Paradies und am Ende erwartete uns ein kleiner See der direkt aus einem Canyon gespeist wurde. Ich habe probiert bis zum Wasserfall zu schwimmen, aber die Strömung war irgendwann zu stark. Es war eiskaltes Wasser, was bei 27°C nicht die schlechteste Sache war. Vor allem war es aber glasklar und einfach nur schön. 

Der Fluß ging aber auch in die andere Richtung des Parkplatzes weiter und wir sind mit den Bikes natürlich easy auch in dahin geradelt. Schnell stellte sich heraus das es auch hier nur zu Fuß weiter ging und das auch nicht erstrebenswert war. Wir sind also abermals umgedreht und haben dann einfach mal die Straße verfolgt auf der wir zum Parkplatz gefahren waren. Bis oben auf den Berg und dann sind wir einem Feldweg weiter auf den Berg rauf gefolgt. Und wollten wir nicht zu einem Stausee der etwas näher an Zaragosa liegt, wären wir mit dem Womo bis hier gefahren und hätten die Nacht mit Blick über das Tal verbracht. Im Nachhinein ist das allerdings eine gute Entscheidung gewesen das nicht zu tun, denn jeder Halt dort hat direkt eine Millarde kleine Mücken auf den Plan gerufen. 

Da wir aber eh nach Zaragosa weiter wollen, habe ich einen Platz an einem Stausee rausgesucht. Die Fahrt dahin ging 100km durch die Berge. Atemberaubende Landschaften und tolle Straßen haben sich absolut gelohnt den Umweg von 4min. über die Autobahn nicht zu nehmen. Der Weg ist das Ziel. 

Am Stausee angekommen war schon die Anfahrt durch einen Canyon super beeindruckend. 200m hohe Felswände ließen fast ein beklemmdendes Gefühl aufkommen. Der anvisierte Platz war leider gesperrt und so ging es weiter. Ich hatte noch einen weiteren Platz in einem Dorf anvisiert. Auf dem Weg dahin haben wir einen Parkplatz direkt an der Straße gefunden der einfach nur perfekte Aussicht bot. Die Straße war eh super wenig frequentiert so das wir uns guten Gewissens und ohne Angst um unsere Ruhe, dahinstellen konnten. Und was soll ich sagen, hier sitze ich nun nach einem grandiosen Sonnenuntergang und wahrscheinlich habe ich hier das beste Foto des Urlaubs geschossen! Wir haben den Abend nach dem Essen mit einer Serie auf dem Tablet ausklingen lassen und ich sitze immer noch am offenen Fenster und höre den Tieren zu die um die Uhrzeit noch aktiv sind. Morgen geht es weiter. Aber nicht nach Zaragosa.

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09.06.21 Mittwoch

Eine absolut perfekte und ruhige Nacht. Aufwachen mit perfekter Aussicht. Es geht schlechter und nicht viel besser. Den Morgen haben wir genossen wie immer. Wir hatten mehrere Ziele auf dem Tagesplan. Zwei Wasserfälle, eine Stadt und einen kleinen Ort. Wir sind also irgendwann aufgebrochen bei bestem Wetter und angenehmen 25 Grad in Richtung Teruel. Teruel ist nichts besonderes, hat aber eine schöne Altstadt und ein paar sehenswerte Punkte. Wir haben uns am Stadtrand einen Parkplatz gesucht und weil wir eh nicht lange bleiben wollten und die Stadt klein ist, ging es diesmal zu Fuß los. Die schöne Treppe die hoch führt in die Altstadt, ein beeindruckender Turm, ein toller Marktplatz, eine Kirche … irgendwie das übliche. Muss man nicht gesehen haben, aber wenn man einmal hier ist, dann ist es auch ganz schön anzusehen. Nach einer guten Stunde waren wir wieder am Womo und die Fahrt führte uns zur ‚Cascada del Mulino de San Pedro‘. Das sollte ein kleiner Wasserfall mit einer kleinen Lagune sein. 

Die Fahrt ging durch wirklich tolle Landschaften und über schöne serpentinenstraßen. Sowas macht mir ja sogar mit dem Womo Spaß.

Irgendwann bogen wir von der Straße ab und mussten dann nach dem parken noch 100m den Berg hinabsteigen auf schlechten Wegen. Aber es gibt schlimmeres und was uns dann erwartete übertraf sicherlich das meiste was wir in diesem Urlaub erlebt hatten. Vor uns tat sich eine kleine Lagune auf, die ‚Cascada del Molino de San Pedro‘ und auf der kompletten Breite der Lagune stürzten viele unterschiedlich kleine und große Wasserfälle ca 10m Tief herunter. Man konnte auch hinter die Wasserfälle laufen und es war einfach nur atemberaubend. Ich musste in das Wasser rein, was sich als nicht sehr einfach herausstellte, denn eine Badestelle ist das hier wirklich nicht. Man muss schon ein bisschen klettern um rein und auch wieder raus zu kommen. Aber einmal drin war es bei einer Aussentemperatur von mittlerweile 28°C einfach nur noch angenehm … für 10 sekunden … denn das Wasser war dermaßen kalt das es mir den Hirnstamm eingefroren hat. Ähnlich ist es wenn man ein Eis viel zu schnell isst oder ein sehr kaltes Getränk zu schnell trinkt.

Um dem drohenden Erfrierungstod zu entkommen bin ich nur kurz bis in die Mitte geschwommen nur um dann direkt wieder zu wenden und raus zu klettern.

Trotzdem ein Wahnsinnserlebnis und absolut jedem Spanienurlauber der in der Gegend vorbei kommt, ist das wärmstens ans Herz gelegt!

Von da aus ging es weiter zu einem anderen Wasserfall, der ‚Cascada del Rio de la Fuente del Berro‘. Hier war schwimmen zwar eher unmöglich, aber der Wasserfall und das drumherum nicht minder beeindruckend. Unsere Fahrt führte uns eh nach Albarracin und auf dem Weg von Royuola biegt man einfach mal kurz links ab und ist nach einigen km schon bei dem Wasserfall. Hier hat sich das Wasser eine tiefe Schlucht in den Fels gefressen und man kann hinabsteigen und sich das von oben und unten ansehen. Beeindruckend.

Tolle Serpentinen führten uns nun immer weiter durchs Tal bis nach Albarracin. Der Ort ist in den Berg gebaut und ein Tunnel führt mitten durch den Ort um von einer auf die andere Seite zu kommen. An diesem sehr heissen Tag war es mir aber jetzt einfach zu viel den Berg hochzulaufen und uns diesen Ort auch noch anzusehen.

Wir wollten also weiter in Richtung Zaragosa. Nicht ganz bis in die Stadt, aber bis in die Nähe zu einem Stausee. Gute 160km Fahrt lagen also noch vor uns. Da wir noch nichts gegessen hatten, machten wir kurz halt und es gab schnell Nudeln mit Pesto. Der anvisierte Stausee war nicht schön und der erste Platz nicht anfahrbar mit unserem Womo und der zweite Platz nicht schön und besetzt mit Autos von Anglern. Kurzentschlossen haben wir doch Zaragosa angesteuert. Ich hatte dort im Vorfeld schon Plätze rausgesucht und auf die 30min Fahrt kam es ja nicht mehr an. Auf dem Weg haben wir allerdings überlegt das es Sinn macht wenn wir irgendwo recht Zentral stehen könnten so das wir morgen von dort aus mit den Bikes einfach losfahren können. Also haben wir, entgegen unseren Gewohnheiten, einen Stellplatz für Womos am Stadtrand angefahren. Alles neu da … und jede Menge andere Wohnmobile auch. Schrecklich, aber die eine Nacht würden wir das schon überleben. Ausserdem gab es hier Wasser und so war der Plan heute ausgiebigst zu duschen ohne Wasser sparen zu müssen. Die Nacht war weitestgehend ruhig, wenn man davon absieht das der Stellplatz an einer 4 spurigen Hauptstraße liegt und diese ausserhalb der Stadt natürlich auch gerne mal für das eine oder andere Rennen herhalten darf. Es war aber erträglich und wir konnten beide ganz gut schlafen.

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10.06.21 Donnerstag

Affenhitze in Zaragosa. Angekündigt für heute sind 33°C und schon um 9 waren es 24. Bei solchen Temperaturen ist mir tatsächlich nicht nach Kaffee und so habe ich kurz nach dem Aufstehen schon die Bikes abgeladen und wir konnten starten. Alex hatte wie immer schon vorab rausgesucht was es zu sehen gab, so das wir direkt Ziele hatten. Als erstes stand eine bekannte Brücke, in der Nähe der großen Basilika Pilan auf dem Programm. Von der Brücke ging es auf den riesigen Vorplatz der Kirche. Die Basilika wusste nicht minder zu beeindrucken, auch von innen wie Alex mir berichtete. Auf dem Platz gibt es allerlei zu sehen, eine Weltkugel aus Beton, einen Brunnen der die Form Lateinamerikas haben soll wenn man ihn aus der Luft betrachtet und vieles mehr. Von da aus kommt man zu Resten der alten Stadtmauer die Zaragosa einst schützte. Hier steht auch die große Markthalle. Alex konnte es sich nicht nehmen lassen und ist reingegangen und hat ein paar Leckereien eingekauft. 

Als nächstes stand der Grand Park auf dem Plan. In Zaragosa ist die Fahrradinfrastruktur auf dem gleichen hohen Level wie in Valencia. Man kommt sehr sicher und teilweise auch sehr viel schneller als die PKW oder Busse, zu seinem Ziel. So sollte es überall sein!

Der Park war schön, aber nicht spektakulär. Wir waren ein paar Tage vorher in Valencia, da kann dieser Park nicht mithalten. Zurück ging es noch durch andere Parks und die Fußgängerzone von Zaragosa. Diese war sogar recht gut gefüllt dafür das wir überall im Land noch immer merken wie stark sich Corona auswirkt. Hier machte das nicht den Eindruck.

Wir sind nochmal bei der großen Basilika vorbei gefahren und von dort aus zurück zum Womo. Da der Tag noch Jung war haben wir neue Pläne gemacht. Auf dem Stellplatz bleiben war absolut keine Option da der hässlich ist und es einfach keine schöne Umgebung ist wenn andere Womos in der Nähe stehen. Also, auf zu den Bardenas Reales. Eine Halbwüste mitten in Europa. 400 km² Biosphärenreservat. Ausserdem noch teilweise Militärgebiet. Hier darf man nix. Aber durchfahren und das bis eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wir haben die Fahrt sehr genossen. Es war zwar staubig ohne Ende aber in gleichem Maße beeindruckend. Mich hat das Endzeitflair und das ich mir den Wilden Westen der USA genau so vorstelle, ziemlich von den Socken gehauen. Alex vor allem die Natur und die Tiere die dort leben. Insgesamt ist das auch eine absolute Must-Do Empfehlung. Die Strecke ist ein Rundkurs und zumindest derzeit ist wirklich wenig los.

Ein weiterer Stausee kurz vor den Pyrenäen steht als Nachtlager auf dem Plan. Gute 100km Fahrt sind es noch, aber das ist nicht schlimm. Der erste anvisierte Platz erwies sich als ein massentouristischer Anziehungspunkt. Sehr viele PKW und ein Wohnmobil machten die unzugänglichen Wege voll. anscheinend ist der Platz beliebt. Ich hatte Schwierigkeiten auf meiner Platzsuche nach dem drehen wieder den Berg hoch zu kommen. Im zweiten Anlauf ging es dann aber doch. Luft ablassen und Schneeketten hätte ich aber noch in der Hinterhand gehabt. Hier war es uns definitiv zu voll und so sind wir weitergezogen. Wir haben dann von der Straße aus einen Platz entdeckt an dem wir normalerweise einfach vorbei gefahren wären. Die Einfahrt führte über einen Weg quer durch ein Weizenfeld. Das muss aber wohl so, denn dort unten standen noch diverse Autos von Leute die dort angelten und badeten. Wir haben uns also einen ruhigen Platz ganz am Rand gesucht und beschlossen das wir hier bleiben. Ich musste direkt wieder den See testen und das Wasser ist zwar nicht klar, aber doch sehr angenehm, nicht eiskalt dafür aber trotzdem sehr erfrischend. Es war auch mal wieder an der Zeit Tisch und Stühle rauszuholen und den Grill draufzustellen. Leckeres Steak im Kühlschrank hat seit Tagen darauf gewartet das das passiert.

Erwartungsgemäß ist der Abend von unmengen an angezogenem Kleintierzeug geprägt. Glücklicherweise wenig Mücken. Wir werden es überleben und mit dem Blick auf den See aufwachen.

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11.06.21 Freitag

Eine sehr ruhige und angenehme Nacht lag hinter uns. OK, der Mückenbruzzler musste wieder viel arbeiten, aber es war erträglich. Nach dem aufstehen erstmal in den See hüpfen noch vor dem ersten Kaffee … Endstufe der Besinnlichkeit. Danach haben wir den Morgen sehr gemütlich begonnen, auch weil wir noch gar keine Pläne hatten wie es weiter gehen sollte. Wir hatten ja noch 5 Tage Zeit bis wir zu Hause sein wollen und noch 6 Tage bis wir zu Hause sein müssen. Mein Vorschlag war also gute 450km in Richtung Mittelmeer zurück zu fahren und dort in einen kleinen Ort, eine alte Brücke besichtigen und in einem Restaurant zu Abend essen. Der Plan war gefasst und so sind wir gegen Mittag dann auch aufgebrochen. Unterwegs wurde das Wetter aber immer schlechter und kurz vor dem Ziel wurde es nicht besser so das wir dann doch keine Lust mehr hatten. Noch schnell 50km dranhängen und zum ersten Platz fahren den wir in Spanien vor knapp 10 Tagen hatten? Gute Idee dachten wir und haben die Richtung geändert. Wir sind spät, gegen 20:30 erst am Platz angekommen, da standen da schon jede Menge andere Camper. Ok, es war uns für die Nacht egal, morgen nochmal ins Meer springen und dann weiter in Richtung Heimat. 

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12.06.21 Samstag

Ok, wir haben beide gut geschlafen. Es war wieder bestes Wetter und das Meer nur ein paar Schritte entfernt. Also Badehose an, Handtuch geschnappt und ab an den Strand. Der Tag fing toll an, aber es wurden immer mehr Menschen. Wir hatten nicht bedacht das die Spanier ja Wochenende hatten und diese Bucht anscheinend ein beliebtes Wochenendziel ist. Es wurde so voll, das irgendwann alles zugeparkt war. Also auch da wo man eigentlich fahren sollte, standen Autos. Überall Autos. Und an einer Engstelle hat sich ein ganz cleverer so hingestellt das an ein durchkommen mit dem Womo nicht zu denken war. Kastenwagen ja, PKW auch, aber das Womo ist 2,28m breit und 3,13m hoch. Keine Chance. Egal wie leer es wurde, und es leerte sich am Abend dann wirklich zusehens, wir kamen nicht raus bis dieser Idiot wegfuhr. Und selbst dann war es noch sehr sehr eng wie sich rausstellte, denn davor stand noch ein Auto was ebenfalls den Weg verengte. Aber es reichte … irgendwann kurz vor 19 Uhr sind die Idioten dann weggefahren und wir konnten einen Versuch starten. Sagen wir mal so, diese Situation war mir eine Lehre! Es war Milimeterarbeit um bis zur Straße hoch zu kommen. Zusätzlich zum Platzproblem war es ja auch noch sehr steil und wir haben nur Frontantrieb mit 3,4to Gewicht. Es musste also auch noch mit Schwung gehen, denn langsam im ersten Gang funktionierte nicht. Egal, draus gelernt, kommt nie wieder vor. Man sollte eh nie mit den Regeln brechen und sich dahin stellen wo schon andere stehen. Mein Fehler, kommt wirklich nicht wieder vor.

Auf jeden Fall hatten wir dann überlegt in den Bergen irgendwo stehen zu bleiben und hatten auch einen annehmbaren Platz gefunden, allerdings standen wir da auf dem Präsentierteller, denn die Bergstraße führte quasi um diesen Platz herum. Das wollten wir dann auch nicht und so haben wir entschieden das mit Spanien schon heute Schluss ist und wir über die Grenze nach Frankreich aufbrechen. 

Die Fahrt war problemlos und wir haben den anvisierten Platz kurz hinter der Grenze am Meer auch easy erreicht. Leider war der gesperrt und so mussten wir weiter. Wir hatten aber beide keine Lust mehr und auf dem Weg zum nächsten Platz sind wir ausserhalb einer Stadt eine Strandpromenade langgefahren. Frankreich hat ja derzeit noch eine Ausgangssperre zwischen 23 und 6 Uhr und so sind wir davon ausgegangen das wir in dieser Zeit hier Ruhe finden. Das reichte uns, denn wir wollten ja am nächsten Tag weiter. Womit wir nicht gerechnet hatten, dass das Nachts eine Rennstrecke sein würde und die Ausgangssperre niemanden interessierte.

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13.06.21 Sonntag

Die Nacht war der Horror und ich habe kein Auge zugemacht. Ich habe aber an diesem Abend schon Pläne für die Heimfahrt gemacht. Und habe mir auf dem Weg in 300 bis 400km Abschnitten schöne Plätze gesucht. Denn nochmal wollten wir sowas nicht erleben. So sind wir denn auch zeitig aufgebrochen auf eine 350km lange Etappe mitten nach Frankreich rein. Die Fahrt war ruhig und der anvisierte Platz hat eine Abenteuerliche Zufahrt aber ist perfekt. Ruhig und absolut toll. Doof ist nur das man in dem angrenzenden Bach nicht baden darf. Nicht weil das Wasser schlecht ist oder die Strömung besonders stark ist, nein, ein Stück Flussaufwärts ist eine Talsperre und wenn die Wasser ablassen steigt der Pegel des Flusses in Minuten um 2 m an. Absolute Lebensgefahr und wenn man das nicht mitbekommt ist es eben auch schnell mal vorbei. Aber mal mit den Füßen reingehen konnte ich mir  nicht nehmen lassen. Am Abend waren wir noch auf eine Videokonferenz mit meiner Familie verabredet und haben 1,5std gut getalkt. Das hat Spaß gemacht, vor allem in so einer tollen Umgebung. Diese Nacht ist auch endlich mal wieder was kühler, denn das schlimmste an Spanien war, das die Nächte auch einfach nicht Kühl sind. Man bekommt gar keine Abkühlung wenn man nicht ins Wasser springt oder duscht. Das ist jetzt angenehmer obwohl es heute auch hier wieder an die 30 Grad waren. Für morgen haben wir wieder eine lange Etappe von mehr als 6 std Fahrt geplant da wir noch einige Kilometer bis nach Hause haben, aber nur noch 2 Tage Zeit wenn wir unseren Puffermittwoch nicht nutzen wollen.

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14.06.21 Montag

Wir haben wirklich gut geschlafen. Sind mit tollem Blick aufgewacht und haben direkt mal festgestellt das die Warnschilder nicht aus Spaß da stehen. Der Bach war jetzt ein Fluß mit einem Meter mehr Wasserstand. Woher das kommt haben wir später nachgelesen. Flussaufwärts ist ein Wasserkraftwerk und wenn viel Strom benötigt wird, wie in diesem Falle Montags morgens recht normal, dann lassen die viel Wasser ab um viel Strom bereitstellen zu können. Umgekehrt ist der Fluss nur ein Rinnsal wenn wenig Strom benötigt wird und die das Wasser wieder aufstauen. Da wir heute 7-8 Std Fahrt vor uns hatten, sind wir recht zeitig aufgebrochen. Das fahren in Frankreich zieht sich immer total hin wenn man Mautfrei unterwegs ist denn die Landstraßen werden quasi alle paar Meter durch Kreisverkehre unterbrochen und überhaupt ist das Durchschnittstempo wesentlich geringer. Aber die Maut für unser über 3 m hohes Womo ist uns einfach zu teuer und wir haben die Zeit ja. Ich habe wieder einen Platz an einem Stausee rausgesucht den wir dann auch am späten Nachmittag erreichten. Der Platz wäre sogar nutzbar gewesen, aber der Stausee war so voll Wasser das der eigentliche Platz nicht mehr da war, sondern nur die Zufahrt dahin. Und das war uns zu ungemütlich. Ein weiterer Platz war sehr abschüssig, wäre aber für den Notfall auch gegangen und die letzte Option war ein offiziell ausgewiesener Stellplatz. Für mich stand fest, wenn da mehrere Womos stehen dann fahren wir wieder zurück zu dem zweiten Platz der so abschüssig war. Aber Pustekuchen. Der Platz war megaidyllisch und absolut leer. Aber auch soweit weg vom Ort das sich dahin niemand verirrte. Wir haben an dem Abend ein paar Kinder mit Fahrrädern gesehen, das war es. Wir haben sehr lange draussen gesessen und das tolle Wetter genossen. Solange bis uns die Mücken wieder angefangen haben aufzufressen. Wir haben es dort aber wirklich sehr genossen und hätten hier auch ein paar Tage verbringen können. Aber morgen geht es leider entgültig zurück nach Hause.

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15.06.21 Dienstag

Da wir ‘nur’ eine Fahrt von 5 Std. und gute 350km vor uns hatten, mussten wir nicht so zeitig aufbrechen. Wir haben den morgen also mit Ausschlafen begonnen und sind dann um kurz nach 11 mal gemütlich losgefahren. Im Laufe der Fahrt habe ich noch den Ersatzkanister den ich immer dabei habe, in den Tank geschüttet und so konnten wir den Rest der Strecke locker fahren ohne noch einmal tanken zu müssen. Völlig entspannt ging es bergauf und bergab durch Nordfrankreich bis wir schließlich Belgien erreichten. Endlich Autobahn fahren. Von nun an ging es zügig bis wir bei Verviers in einen Megastau geraten sind der uns sicherlich 20-25 Minuten gekostet hat. Aber auch das konnte uns jetzt nicht mehr die Laune verderben. Kurzentschlossen wollten wir noch eine Belgische Fritte irgendwo essen. Aber es war alles zu. Also haben wir in Lichtenbusch am Mipri angehalten der ja so quasi auf der Grenze gebaut wurde und haben da eine leckere Pommes Rot/Weiß genossen. Der Weg nach Hause war dann nochmal von Umwegen geplagt und hat statt 15 Minuten dann doch noch 30 gedauert weil überall Stau und Baustellen und Sperrungen sind. 

18:26 Uhr stehen wir wieder vor unserer Haustüre. Womo abgestellt, ein paar Sachen rausgeholt, Bikes abgeladen und diese direkt mal mit Wasser geduscht um den Staub der letzten 5 Tage loszuwerden und dann nur noch rein, duschen und chillen. Morgen wird das Womo dann ganz leer gemacht, wird von aussen gewaschen, vollgetankt und dann wieder in der Halle abgestellt. Der Nächste Urlaub kommt und in der Zeit gibt es viel zu tun. Eine lange Liste mit Mängeln die entstanden sind, aber auch Verbesserungsmöglichkeiten die bei jeder Reise auffallen, will abgearbeitet werden.

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Fazit

Eine Wahnsinnig tolle Reise die uns viel Spaß gemacht hat und trotz Corona quasi keinerlei Einschränkungen für uns hatte. Wir haben an keiner Grenze die wir überquert haben auch nur einen einzigen Grenzbeamten gesehen und sind unbehelligt wie vor Corona gute 5300km durch 3 Länder gefahren. Barcelona, Tarragona, Valencia und auch Zaragosa sind wirklich sehr sehenswerte Städte. Spanien bietet sehr viel Potential für viele weitere Reisen, mal sehen was wir da in den nächsten Jahren noch schaffen.

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Ich habe für euch eine vollständige Karte der Sehenswürdigkeiten die wir in den Städten und auch Unterwegs besucht haben, zusammengestellt. Viel Spaß beim nachschauen und vielleicht auch nachreisen.

Spanien 2021 – Reisekarte bei Google Maps

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